o-067-01-Dschen « »

Döschen

48° 58' N, 15° 33' O

Dešna

Zlabings

Geschichte:
Erstmals 1320 urkundlich erwähnt. 1785 Großfeuer, Kirche beschädigt. Im Ersten Weltkrieg fallen neun Mann. 1925 wird ein tschechische Minderheitsschule und ein Kindergarten errichtet. Der tschechische Pfarrer muß 1938 gehen, längere Zeit fehlt ein Seelsorger, aushilfsweise liest der Pfarrer von Ranzern die Sonntagsmesse. Als die Stelle besetzt wird, ist das Pfarrhaus mit französischen Kriegsgefangenen belegt. Erst als das Haus wieder in Ordnung gebracht ist, kann der Pfarrer einziehen.
1938 wird aus 6 Gemeinden die Großgemeinde Döschen gebildet. Sie ist die einzige Gemeinde im Kreis, die keine Gemeindeumlage kennt, Auslagen werden von den Grundbesitzern getragen, die auch Geld zurückerhalten, wenn Überschüsse vorhanden sind. Im Winter arbeiten alle im Wald und schlagen Bau- und Brennholz. Im Zweiten Weltkrieg fallen 16 Mann. 1945 werden zwei Personen umgebracht, 429 werden vertrieben. 1960 leben 67 Familien in Baden-Württemberg.
Kirtag: Sonntag nach Johannes d. Täufer (24.6.), und der Kaiserkirtag (2 Tage).

Matriken seit 1625

Bezirk Mährisch-Budwitz, Gericht Jamnitz

1938-1945 Kreis Waidhofen a.d. Thaya

Längsangerdorf 848 ha , 466m ü.M.

Von 1910 sind auch die Geflügelbestände überliefert: 770 Gänse, 260 Enten, 2900 Hühner, 320 Tauben.

Anbau von Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Klee, Kartoffeln
durch 48 Wirtschaften: 15 in der Größe bis 10 ha, 14 mit 10-20 ha, 19 mit 20-30 ha.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche hl.Johannes der Täufer, 1376 urkundlich erwähnt, 1494 konsekriert, spätgot. Netzrippenchor, Langhaus mit Kreuzgewölbe, Turm 17.Jh., 4 Glocken; 1739 Friedhofskapelle zur Kreuzerhöhung,
Statue Hl.Johannes von Nepomuk, 1.Hälfte 18.Jh.
Kriegerdenkmal 1931
Postamt, Gendarmerieposten

Volksschule 1874, zweiklassig, 1625 belegt, 1783 Schulbau; eingeschult sind Dantschowitz, Lospitz, Plospitz, Zoppanz.
Deutscher Kindergarten, daneben ein tschechischer.

Gewerbe:
2 Gasthäuser, ein Fleischer, 2 Bäcker, 2 Schmiede, ein Wagner, ein Tischler, 4 Schuster, 2 Schneider, 2 Schneiderinnen, ein Binder.

Vereine, Genossenschaften:
Freiwillige Feuerwehr, Deutscher Turnverein,
Deutscher Schulverein bis 1918, danach Deutscher Kulturverband, 1925 Sitz des Bezirksverbandes
Deutsche Bezirksjugendfürsorge
Spar- und Darlehenskassa 1901