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Dörflitz

48° 49′ N, 16° 8′ O

Derflice

Znaim

Geschichte
Im Jahr 1210 ist ein Gutshof auf den heutigen „Brunnenwiesen“ erwähnt, der dem Prämonstratenserstift Klosterbruck gehört. Der Ort gehört zum Klarissenkloster in Znaim, 1434 gelangt er im Tausch gegen Poppitz an Kloster Bruck. Von den Hussiten verwüstet, nur sieben Personen sollen den 30jährigen Krieg überlebt haben. 1708 wird durch das Stift Klosterbruck Dörflitz als neues Dorf mit 19 Hausstellen begründet, darunter die Verwaltungsstelle der Herrschaft, nur ein Siedler mit tschechischem Namen. Nach der Auflösung des Stifts 1784 gehört der Ort der k.u.k. Staatsherrschaft, eingepfarrt nach Taßwitz, ab 1833 zur neu begründeten Pfarrei Naschetitz. Aus Spenden der Gemeinde werden zwei Glocken gegossen. 1852 brennt das Dorf nieder.
Beim letzten Kirtag 1937 gibt es die letzte größere Rauferei (mit den Urbauern, die aus dem Dorf getrieben werden). Die Burschen singen ein Spottlied auf Benesch und werden für 14 Tage eingesperrt. 1938 schießen betrunkene Soldaten auf Feldarbeiter. Die Männer gehen über die Grenze, den Frauen werden Wagen und Pferde weggenommen. Im II.Weltkrieg fallen 18 Mann. Am 8.Mai 1945 dringen Rotarmisten ein – sofort beginnt die Jagd nach Frauen. Mitte Mai folgen tschechische „Partisanen“: alte Männer und junge Burschen werden mißhandelt, Mädchen zu Zwangsarbeit verschleppt. Manche fliehen nach Österreich. Im Juli/August 1945 werden alle jungen Dörflitzer von den Tschechen ins Sammellager Znaim getrieben und müssen Zwangsarbeit leisten. Am 8.August 1945 werden alle Deutschen über die Grenze gejagt.

Kirtag am ersten Sonntag im Oktober.

Matriken seit 1833 bei Naschetitz (davor seit 1700 bei Taßwitz).

Literatur:
Muck, Franz: Chronik der Heimat – Dörflitz in Südmähren. 1982

Bezirk und Gericht Znaim

Breitstraßendorf 338 ha, 217 m ü.d.M.

Im Zeilendorf sind die Häuser aneinandergebaut, so daß kein freier Zugang möglich war. Am anderen Ende des Anwesens stand der Stadel, auch wegen der Brandgefahr. Angeschlossen war der Stallhof, der durch das Hintaustor zu erreichen war. Er war von einer Steinmauer eingeschlossen, in ihm weideten Haustiere.

Bodennutzung: Weinbau, Obst, Gurken.

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Kapelle der Unbefleckten Empfängnis Mariä, 1804, vergrößert 1839, renoviert 1908-1930; 2Glocken, 1833 eingepfarrt nach Naschetitz (1960 abgerissen).
Friedhof 1927, (davor Beerdigung in Naschetitz).
Kriegerdenkmal, 1929.
Elektrifizierung, 1928.

Schule: Volksschule, Neubau 1905/6, davor: 1829, erneuert 1882.

Gewerbe: 2 Gasthäuser.

Vereine:
Deutschvölkischer Turnverein, 1923.
Milchgenossenschaft, 1925.
Freiwillige Feuerwehr, 1933.