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Blauenschlag

49° 8′ N, 15° 6′ O

Blažejov

Neubistritz

Geschichte
Entstanden in der 2. Hälfte des 13.Jh., benannt nach einem Blasius, 1255 Hofsasse des Witigo von Neuhaus. Um diese Zeit kommen die Deutschordensritter nach Neuhaus, seit 1249 haben sie das Patronat (der Ort wird auch „Kreuzgut“ genannt), sie werden 1434 von den Hussiten aus Neuhaus vertrieben, das Patronat geht an die Herren von Neuhaus, ab 1594 an die Jesuiten, 1620 mit Pfarre Oberbaumgarten bis 1781 vereinigt, seit 1856 eigene Pfarrei. Wegen der nahen Sprachgrenze nehmen die Bauen oft tschech. Dienstboten auf, was häufig zu Mischehen führt. Ein Tscheche kann 1911 einen zugrundegegangenen Bauernhof mit Gasthaus erwerben. Im II. Weltkrieg fallen sechs Mann, fünf bleiben vermißt.

Brauchtum
Am Morgen des 24. Dezember werden aus dem Winterungsbehälter („Milligruab“) Karpfen, manchmal ein Hecht oder Schleien herausgeholt, Weihnachtskuchen gebacken, die Fische zubereitet als Blau- und Sulzfisch, später auch gebacken. Mit der Abenddämmerung werden alle Arbeiten beendet, Familie und Dienstboten beten, um den Tisch herum kniend, den Rosenkranz. Zum Nachtmahl gibt es Fischsuppe mit gerösteten Semmelwürfeln, Blaufisch mit süßsaurer Sauce und Brot, gesulzten Karpfen mit Kartoffelsalat. Der kleine Sterz muß restlos ausgelöffelt werden, damit der Roggen gut gerät. Anschließend werden Thomasstriezel an die Dienstboten verteilt., dazu Äpfel und Walnüsse. Der Vater schneidet von einem Laib Weißbrot so viele größere Schnitten ab, als Tiere im Stall stehen, darauf legt er je eine Schnitte vom Striezel, einen Apfel und ein Stück Nuß, jedes Tier bekommt eine solche Schnitte, sie soll vor Seuchen und Unfällen bewahren. Im Hof wird eine alte zweiläufige Vorderladerpistole abgefeuert, um böse Geister und Hauskobolde zu vertreiben, das sog. Mettenschießen.
Kirchweih am Sonntag nach dem 19. November (Elisabeth)

Bezirk, Gericht Neuhaus, Luft- und Badekurort 368 ha

Fluren
Alleeflur, Sacher Auflur mit großem und kleinem Pfarrteich, „Bleib’n-Teich“, Pfarrwald („Bleib’n-Hölzl“) und „Bleib’n-Häusl“ für eine Pfarrköchin, Lisselflur mit kleinem und großem Reisnerteich, Pfarrflur mit Pfarrwald, Draxler-Hammerschmied-Teiche und -Wald, Hirschenflur, Schochaflur, Auflur, Kreuzbrünnl mit Maring-Flur (Grenzflur), Bachflur
Im Jahr 1945 existieren 12 Bauern, 20 Häusler mit Nebenverdienst.

Baudenkmäler, Einrichtungen
Pfarrkirche/Deutschordenskirche zur hl. Elisabeth, 13. Jh., erstmals für 1359 Pfarrer genannt, 1429 von Hussiten zerstört, 1555 ohne Pfarrer, 1564 instandgesetzt, 1645 von den Schweden geplündert. 1860 – 1864 vergrößert, 4 Glocken, im I. Weltkrieg mit Orgel abgenommen, 1926 erneuert. 1880 wird ein neuer Friedhof angelegt.
Gedenkkreuz für Gefallene der 11. Isonzoschlacht
„Lendlakreuz“ an der Straße nach Neuhaus
Burgruine Veitschlössel („Pippenhäusl“, „Bitt’nhäusel“), an der Straße nach Heinrichschlag, nördlich vom Hammerbach; 1254 durch Veit von Neuhaus an den Deutschen Orden gelangt, von Hussiten und Schweden zerstört.
Schule, 1863, zweiklassig; nach 1918 einklassig, die zweite ist tschechische Minderheitsschule (6 Kinder, im tschech. Kindergarten 2)
Elektrifizierung 1925
Postamt
Bahnhof
Mühle (Leinöl)
Genossenschafts-Dampfmolkerei 1904
Genossenschafts-Brennerei 1913