o-207-01-Bergen « »

Bergen

48° 51′ N, 16° 37′ O

Perná

Nikolsburg

Geschichte:
Erstmals urkundlich erwähnt 1323 als Liechtensteinscher Besitz, im Urbar von 1414 als recht großes Dorf mit deutschen Bewohnern, wie die Namen belegen. 1530 kommen Wiedertäufer aus Nikolsburg, errichten 1557 ein Gemeindehaus (“Haushaben”), B. ist ein halbes Jahrhundert lang evangelisch, 1591 müssen die Wiedertäufer das Gemeindehaus räumen, 1622 werden sie ganz ausgewie sen. Zur Pfarre St. Nikolaus gehört bis 1761 auch Muschau als Filiale. Beide Gemeinden errichten, einem Gelübde wegen erlittener Kriegsschäden und Miß ern ten folgend, 1652 am Abhang des Kesselberges eine Kapelle zu den hl. Antonius und Pan kratius, die 1786 unter Josef II. aufgelassen wird. Jedermann darf Steine vom Gebäude holen, die beschädigte steinerne Statue des hl. Anto nius wird restauriert und in die neue Kapelle im Ort verbracht.
Vor dem Eindringen der Sowjets am 23. April flüchten viele Familien. Die Rotarmisten bleiben bis 11. Mai, Raub und Vergewaltigung sind an der Tages ord nung. Ab Juni kommen Tschechen und besetzen die Bauernhäuser, verjagen die Deut schen, sie werden zur Arbeit gezwungen, viele flach ten. Die übrigen werden zwischen März und September 1946 in sechs Transpor ten vertrieben.

Bezirk, Gericht Nikolsburg 979 ha 240 m ü.d.M.

An den Pollauer Bergen gelegen, mit dem Kesselberg (485 m) auf Gemeinde gebiet.
Bodennutzung: Weinbau, Korn, Gerste, Hafer, Zuckerrüben, Mais; Marillen (ca. 1000 Bäume), daher Spitzname “Marillenschädel”.

Flurnamen: Pürmitz, Goldhammerl, Hirschlisl, Brente, Schnallisl, Schinderei, Salzl, Wachshübel, Haussatz, Hofacker, Berghübel, Zwerghals, Untere Quan ten, Langehals, Zigwantel, Junger Weingarten, Roßwiesen, Berglos, Bergwein garten, Wachshübel,

Gassen: Hintere Zeile, Oberort, Hauptort mit Tanzplatz

Baudenkmäler, Einrichtungen:
Pfarrkirche St. Nikolaus: 1510 Kapelle aus älterer, 1426 zerstörter Kirche, 1582 zu Kirche mit zwei Seitenaltären erweitert, 1690 Turm (24,5 m). 1847 um ge baut und vergrößert; von 4 Glocken werden 3 im Krieg abgeliefert.
Pfarrhaus, 1620, 1770 abgebrannt, vom Patron Fürst Karl von Dietrichstein 1774 wiederhergestellt.
Friedhofskapelle zum hl. Kreuz, 1761
Rathaus, 1896
Kriegerdenkmal, 1925
Dreifaltigkeitssäule
Hl. Johannes von Nepomuk
Hl. Florian
Hl. Nikolaus
Kaiser-Josef-Denkmal
Lammelkreuz am Ortseingang (tödl.Unfall)
Schule, Lehrer 1621-34 erwähnt, 1792 Schulbau, einklassig, durch Patron Fürst Johann Karl von Dietrichstein, 1799 und 1802 niedergebrannt, 1881 zwei klas sig (161 Kinder), 1884 Neubau. 1901/02 Neubau dreiklassig mit Lehrer wohnungen, Bücherei und Museum, die schönste weit und breit. Obstgarten „Stephanienhain“ (27a) zum Andenken an die Heirat Kronprinz Rudolfs 1881.
Turnhalle, mit Kachelofen, 1931 geweiht, die eiserne Ofentüre wurde über die Grenze nach Österreich gerettet
St. Antonius-Jugendheim, 1923 geweiht, mit Kindergarten, von 10 Schwe stern der Kongregation “Töchter der göttlichen Liebe” geleitet, zweistöckiger Klo ster bau mit Antoniuskapelle und Glockenturm, 1928 geweiht, 1935/36 Neubau des Kindergartens.
Omnibusverbindung auf der Strecke Brünn – Wien, täglich
Wasserleitung 1900 im Oberort, 1931 erweitert
Elektrifizierung 1926

Gewerbe
Steinbruch
Sägewerk mit Holzhandlung
mechan. Strickerei (15 Beschäftigte)
mechan. Weberei

2 Gaststätten 5 Gemischtwarenläden 2 Fleischhauer 2 Bäcker
4 Schmiede 3 Wagner 2 Tischler 2 Schuster
Sattler 2 Schneider 3 Schneiderinnen Klempner
Trafikant Friseur Mechaniker 5 Imker
2 Hebammen

Vereine, Genossenschaften
Deutscher Schulverein 1882
Freiwillige Feuerwehr 1890
Turnverein 1910 (Turnhalle 1931)
Gesangverein
Veteranenverein
Milchgenossenschaft mit Sammelstelle
Spar- und Darlehenskassa