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Altstadt

49° 0′ N, 15° 15′ O

Staré Město pod Landštejnem

Neubistritz

Geschichte
Ende des 12. Jh. gegründet, 1429 erstmals „Altstadt“ genannt, 1568 auch „Alt-Landstein“. Die Pfarre wird 1387 von Markel nach Altstadt verlegt. 1715 leben in A. 42 Bauern und 16 Häusler. Vor 1918 arbeiten viele als Maurer in Wien, ihre Mundart wird wienerisch eingefärbt. Nach 1918 stellt die Herrschaftsverwaltung vorwiegend tschechisches Personal ein, 1935 wird eine Minderheitsvolks- und Hauptschule gebaut, Kinder werden von weit herangekarrt. Am 9. Mai 1945 marschieren die Sowjets ein, plündern und vergewaltigen Mädchen und Frauen. Am 13. Mai bringen zwei Busse tschechische „Partisanen“, binnen einer halben Stunde müssen die Deutschen – bei Androhung der Erschießung – auf dem Marktplatz stehen, sie werden beschimpft, bespuckt und geprügelt, die Häuser werden durchstöbert, sechs Männer, Bürgermeister, Postmeister u. a., werden verhaftet, mißhandelt und wochenlang eingesperrt, später werden sie auf dem Weg nach Neuhaus ermordet. Ein Bauer wird auf dem Weg nach Landstein nach fürchterlichen Quälereien erschossen. Am 29. Mai 8 Uhr früh müssen alle Deutschen binnen zwei Stunden den Ort verlassen, jeder darf nur 30 kg Gepäck mitnehmen, wird an der Grenze ausgeraubt und hinübergetrieben. In einer Jauchegrube findet man die Leiche eines Soldaten.

Marktgemeinde (1848), Bezirk Neuhaus, Gericht Neubistritz 1157 ha 730 m ü.d.M.

Beliebte Sommerfrische; hindurch führte einst der Saumpfad aus Italien nach Böhmen.

Flurnamen
Schreiberteich, Wieselgraben, Am Roten Kreuz, Anberg, Sauerau, Zlabingser Flur, Kahlberg, Dürrenberg, Hausleiten, Herlusflur
Anbau: Kartoffeln, Gerste, Hafer, Korn, Weizen, Hanf

Straßen, Wege:
Neubsitritzer, Zlabingser, Landsteiner, Stalleker, Gottschallerstraße, Roter Kreuzweg, Wieselgraben, Herlusweg, Mühlfeldweg

Baudenkmäler, Einrichtungen
Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, ehem. Kirchenfestung, dreischiffig, Sternrippengewölbe 14. Jh., Netzrippen in Seitenschiffen, Chor 16. Jh., freistehender Turm (ehem. Wachtturm) im Westen, Helm barock, 17. Jh., Altäre 2. Hälfte 17. Jh., 1935 renoviert, 2 Altäre entfernt. Pfarrkirche 1387.
Hl. Johannes von Nepomuk, spätbarock
Hl. Donatus, 1735
Wegkapelle, Vesperbild, um 1500
Missionskreuz vor der Kirche
Viktoriakreuz, Eisenkreuz auf Steinsockel im Ort
Eisenkreuz im Friedhof
Eisenkreuz, ehem. Kirchturmspitzer, hinter dem Meierhof
Rotes Kreuz, zu ihm führen die Flurptozessionen
Tulhammerkreuz, hohes Steinkreuz, an der Straße nach Landstein
Schwarzes kreuz, am Weg nach Markel, Steinkreuz
Steinkreuz der Fam. Klutz an der Straße nach Stallek
Weberkreuz an der Straße nach Deutsch-Bernschlag
Marterl an der Kreuzung Dobroiten-Deutsch-Bernschlag, an der Straße nach Wittingau und an der nach Stallek
Pestsäule an der Straße nach Landstein, auf dem galgenacker
jüd. Tempel, von den Tschechen eingeebnet, Privatschule
Kriegerdenkmal 1927
Volksschule, dreiklassig, 1939 mit Hauptschule. 1935 Neubau für tschech. Schule mit Schülern von weither.
Kindergarten
Gemeindebücherei
Armenhaus
Postamt
Gendarmerieposten
Autobusverbindung Neubistritz – Znaim 1938-45
Arzt
Zahnarzt (ein- bis zweimal wöchentl.)
Apotheke
Schüttkasten

Gewerbe
Mühle
Meierhof
Ziegelei
Sodawassererzeugung
Brauerei
Branntweinbrennerei
Färberei
5 Gasthäuser 2 Kaufläden 3 Fleischer

Vereine, Genossenschaften
Feuerwehr 1880
Veteranenverein 1885
Raiffeisenkassa