Prokop Diwisch

Pfarrer und Erfinder

1698 Senftenberg - 1765 Bruck

In Znaim wirkte der am 26.März 1698 in Senftenberg im Adlergebirge geborenen und 1720 ins Prämonstratenser-Stift Bruck eingetretenen und in der Folge hier in dem von Abt Sebastian I. Freitag gegründeten Alumnat als Professor wirkenden Prokop Diwisch finden. In Znaim besuchte er bereits das Jesuitengymnasium, in dessen „Schulalbum“ er als Wenzeslaus Dibisch aufscheint. Seine Priesterweihe erfolgte 1726, zum Doktor der Theologie promovierte er 1733 und er wurde 1741 Prior des Stiftes, dann Pfarrer von Brenditz, das zu Bruck gehörte. Hier erfand er 1754 den ersten Blitzableiter (Wettermaschine) unabhängig von Benjamin Franklin und einige Jahre vor ihm. Seine Erfindung wurde von der Akademie der Wissenschaften in Berlin, deren Präses, dem bekannten Mathematiker Professor Euler, er eine genaue Abhandlung samt ausführlichen Zeichnungen übersandt hatte, überhaupt nicht beachtet und fand auch bei den Mathematikern am Hof von Kaiser Franz I. kein Verständnis. Erst seinem Freund, dem evangelischen Geistlichen und Naturforscher Friedrich Christoph Oetinger ist es zu verdanken, dass seine Abhandlung „Die längst verlangte Theorie von der meteorologischen Electricite“ 1765 in Tübingen erschien. Im gleichen Jahr, am 22.Dezember, starb Prokop Diwisch in Brenditz. Er war auch Mathematiker, Erforscher der Elektro-Heilmethoden, somit Begründer der Elektroheiltherapie, und Musiker, der sogar ein orgelartiges Musikinstrument erfand, das er wie Anton Hübner schreibt nach seinem weltlichen Namen Dionis „Denis d’Or“ benannte, und das bei Aufhebung des Stiftes Klosterbruck auf 100 Dukaten geschätzt und wegen seiner Originalität in das k.k. Kunstkabinett eingeliefert werden musste. Der Erfinder hatte aber nur den damaligen und letzten Stiftsorganisten Wiesner in die Handhabung dieses Instrumentes eingeführt. Wiesner kam als Organist an die Kirche am Hof in Wien und erhielt über Veranlassung Kaiser Josephs II. das Instrument. Leider ist mit Wiesners Tod jede weitere Nachricht über das Instrument verloren gegangen.