Gregor Mendel

Biologe

1822 Heinzendorf bei Odrau - 1884 Brünn

Der zu den größten Biologen zählende Johann Gregor Mendel, geboren am 22. Juli 1822 in Heinzendorf bei Odrau im Kuhländchen (Nordmähren), studierte Philosophie in Olmütz, trat 1843 in den Augustinerorden in Alt-Brünn ein, war von 1849 bis 1851 „subplierender Gymnasiallehrer“ für naturwissenschaftliche Fächer am Gymnasium in Znaim, bezog anschließend für drei Jahre die Universität Wien und kehrte 1854 als Lehrer an die Staatsrealschule in Brünn zurück, an der er bis zu seiner einstimmig erfolgten Wahl zum Abt des Augustinerstiftes in Altbrünn im Jahre 1868 unterrichtete. Im Garten dieses Klosters führte er seine berühmten Kreuzungsversuche mit Erbsen, Bohnen und anderen Pflanzen durch. Seine ersten diesbezüglichen Versuche mit Erbsen und Fisolen erfolgten jedoch im Schulgarten unseres Znaimer Gymnasiums in der Schulgasse, in welchem wir bis 1944 unterrichtet wurden. Unser Biologieprofessor hat uns immer wieder darauf und auf die Bedeutung dieses Forschers hingewiesen. Aus den Ergebnissen der Kreuzungen konnte Mendel Vererbungsgesetze ableiten, eine neue Wissenschaft, die zur Grundlage der experimentellen Genetik wurde. Er stellte bestimmte Gesetzmäßigkeiten fest, die nach ihm Mendelsche Regeln genannt werden. Seine Entdeckung, die er 1865 in der Schrift „Versuche über Pflanzenhybriden“ (unter Hybriden versteht man Pflanzenbastarde) veröffentlichte, blieb von der Wissenschaft unbeachtet und geriet bald in Vergessenheit. Seine Arbeit wurde im Jahre 1900 von drei Forschern, nämlich dem Holländer Hugo de Vries, dem Deutschen Carl Correns und dem österreicher Erich Tschermak Edler von Seysenegg, unabhängig voneinander fast gleichzeitig wiederentdeckt. Der Schöpfer der Vererbungslehre, der sich auch mit Bienenzucht befasste sein Ziel war eine leistungsfähige neue Bienenrasse starb am 6. Januar 1884 und wurde am Brünner Zentralfriedhof in der Gruft der Kommende beigesetzt. Seine Büste wurde 1983 in der Walhalla bei Regensburg aufgestellt, was unter anderem auf die Initiative der Sudetendeutschen Ackermann-Gemeinde und der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Deutschland zurückzuführen ist.

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