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Dr. Karl Bacher

Schuldirektor

1884 Waltrowitz - 1854 Steyr

Der wohl bedeutendste südmährische Dichter war und ist Professor Dr. Karl Bacher. Am 10. Februar 1884 in Waltrowitz geboren, besuchte er das Gymnasium in Znaim, studierte an der Universität Wien Germanistik und erwarb 1911 die Doktorwürde an der philosophischen Fakultät mit der Dissertation über syntaktische Probleme seines Heimatdialektes. Er unterrichtete an Wiener Gymnasien und von 1938 bis 1945 an der Oberschule für Jungen in Znaim, deren letzter Direktor er vor der Vertreibung war. Nach der Vertreibung aus der Heimat lebte er in Steyr, wo er am 8.Juli 1954 starb. Seine formschönen Gedichte erschienen in mehreren Bänden, wie „Südmährische Gedichte“, „Neue Südmährische Gedichte“, „Zeitige Aehan“, „Les´weinbeer“, „A Loabl Brot von dahoam“, „Ausklabte Äpfeln“, „Herdfeuer vo dahoam“. Sein dramatisches Schaffen umfasst Bauernspiele, Tragödien und Komödien, wie z.B. „Mutter“, „Meier Helmbrecht“, „Der Landrichter von Urbau“, „Die Gnade“. Er schrieb teils in Mundart, teils hochdeutsch. Eine Anekdote: Bacher bestand darauf, dass die erste Aufführung seines Bauerndramas „Meier Helmbrecht“ in Znaim als Aufführung für Schüler am Nachmittag im Stadttheater stattfindet. Es war eine wunderbare Aufführung. Ein sehr gerührter Dichter dankte für den begeisterten Applaus seiner Schüler. Nach seinem Tod erschien aus seinem Nachlass „Dos Liad vo der Thaya“, ein Epos in südmährischer Mundart, das er leider nicht mehr vollenden konnte. Bachers Werke sind von einer tiefen Liebe zu seiner südmährischen Heimat geprägt, er zählt zweifellos zu den bedeutendsten Mundartdichtern des bayrisch-österreichischen Sprachraumes.

tätig: Znaim |