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Anton Vrbka

Schuldirektor

1860 Ungarisch Hradisch - 1939

Der bedeutendste und auch heute noch für uns der wichtigste südmährische Heimatforscher ist Schuldirektor Anton Vrbka. Geboren am 17.Mai 1860 in Ungarisch Hradisch, absolvierte in Znaim das Gymnasium und anschließend in Olmütz die Lehrerbildungsanstalt. Im Jahre 1880 kam er als Lehrer nach Zulb, 1884 nach Dörflitz und 1888 als Leiter der Volksschule nach Klosterbruck. Südmähren wurde ihm zur Heimat, er blieb hier bis zu seinem Tod am 2.Juni 1939. Sein umfassendes Wissen veröffentlichte er in zahlreichen Schriften und Aufsätzen, die zum Teil unter dem Pseudonym Eugin erschienen sind. In spannenden Vorträgen und Führungen verstand er es wie selten jemand, seinen Zuhörern das Interesse an und die Liebe zu Znaim und zu Südmähren zu vermitteln.
Vrbkas Schriften kann man in pädagogische, soziale und in Heimat und kulturgeschichtliche Hauptgruppen einteilen. Beispielhaft, aber nicht erschöpfend seien hier genannt: „Heimatkunde des politischen Bezirkes Znaim“ (1898) „Chronik der Stadt Znaim“ (1900/1902 erschienen), „Klosterbruck und seine Schicksale“ (1899), „Südmährisches Heimatbuch“ (1923), „Sitten und Gebräuche in Südmähren“ (Zeitung für österreichische Volkskunde, Wien 1898), „Die Zünfte und das Zunftwesen von Znaim“ (1899), „Das Stadtbild und seine Zeichner und Maler von 1523 bis jetzt“ (1899), die Baugeschichte von Klosterbruck“ (1899), „Die Frainer keramische Industrie“ (1899), „Die Familie Charlemont“ (1899), „Geologische Verhältnisse in Südmähren“ (1899), „Gedenkschrift an den Untergang von Alt-Schallersdorf“ (1899), „Die Erdställe im Bezirke“ (Brünn 1912), „Niklas von Edelspitz“ (Brünn 1911), „Zachäus W‘, die Thermolampe“ (1919), „Das Deutsche Recht in Südmähren“ (1921), „Prokpop Diwisch“ (1923), „Die deutsche Kunst in Znaim“ (1923). Die Krönung seines Werkes ist zweifellos das „Gedenkbuch der Stadt Znaim 1226 1926“, das anlässlich des 700-Jahr-Jubiläums der Stadterhebung Znaims erschienen ist. Erwähnt sei noch, dass die Gründung und die Ausgestaltung des Znaimer Museums in der Burg hauptsächlich das Verdienst Vrbkas ist, der als Kustos des Museums auch die Festschrift zur Eröffnung des Museums verfasste.