Reisen und Veranstaltungen der JMG

Kulturpolitische Reise nach Znaim

25.09.2019 – 29.09.2019

mit deutsch-tschechischem Seminar in Znaim (27./28.09.2019)            

„Deutsche und Tschechen in Südmähren 1918 – 1938 – 1945/46“

 

Im Jahr 2019 wollen wir unsere langjährige Reihe der JMG-Seminare auf dem Heiligenhof   in Bad Kissingen und auf Burg Hohenberg a.d. Eger mit einem gemeinsamen deutsch-tschechischen Seminar direkt vor Ort in Znaim fortführen.

Das Seminar findet im Rahmen der diesjährigen kulturpolitischen Reise nach Znaim statt.

 

Fahrt mit Kleinbussen ab Brackenheim und Welzheim über Nürnberg, Pilsen, Prag, Iglau.

Quartierbezug in Znaim, Pension Solnice, www.penzionsolnice.cz.

Reisepreis: 290,- EUR pro Teilnehmer zzgl. 45,- EUR Einzelzimmer-Zuschlag.

Einzelzimmer nur begrenzt verfügbar.

 

Nähere Informationen zur Reise auf unserer Homepage www.suedmaehren.de/JMG.

Ausschreibung deutsch – tschechisches Seminar: Kulturpolitische Reise 2018 JMG

Anfragen und Anmeldungen bis zum 30.06.2019 an:

 

Adelheid Bender-Klein

Kling-Klang 3/1

74336 Brackenheim

Tel. 07135-933791

a.bender-klein@gmx.de

 

Zur verbindlichen Buchung der Reise bitte um Anzahlung in Höhe von 100,- EUR pro Person bis zum Anmeldeschluss 30.06.2019 auf das Konto

 

JMG Südmährerbund e.V.

IBAN: DE52 6205 0000 0000 2642 93

BIC: HEISDE66XXX

Stichwort: JMG-Reise 2019

 

Bei Reiserücktritt nach Anmeldeschluss kann die erfolgte Anzahlung leider nicht zurückerstattet werden.


Kulturbericht der JMG Südmähren für 2018

Das deutsch-tschechische Verhältnis unter besonderer Berücksichtigung der historischen deutschen Minderheit, vom 16.02.-18.02.2018.

So fing für uns das Jahr an.

Unter anderem referierte Dr. Elke Krafka, Dr. Martin Zückert und Martin Dzingl zu diesem Thema. Die Beteiligung war gut.

Alle Themen sind in all den Jahren wichtig gewesen, um historisches und auch geschichtliches Wissen den Teilnehmern zu vermitteln.

Der Wunsch mit unseren tschechischen Landsleuten der Nachgeborenen Generation, in Kontakt und ins Gespräch zu kommen, wurde nie umgesetzt.

Somit gibt es im Jahr 2019 einen neuen Ansatz! Dazu später mehr.

 

Bundestreffen 29.07.2018 Oskar Sollan aus Poysbrunn, Niederösterreich, gab einen Einblick in seine Familiengeschichte.

Alle Vertriebenen haben ähnliche Schicksale. Wir die Nachgeborenen, sind mit einem „Makel“ aufgewachsen! In den unterschiedlichen Orten, Städten bzw. kleinen Gemeinden, war die Diskriminierung mal größer mal weniger spürbar. Somit war dieser Nachmittag für uns sehr bewegend, wenn auch manche Landsleute der Meinung waren, dass dies ja kein richtiger Beitrag war.

 

Kulturpolitische Reise der JMG vom 11.-17.08.2018

Südmährer-Kirtag, Heimattreffen der Znaimer in Unterretzbach am Heimatdenkmal, Wanderung über den Kuhberg nach Znaim, waren einige der Programmpunkte. Der Höhepunkt war sicherlich der Freitag, mit der Znaimer Messe und anschließend die Präsentation der tschechischen Übersetzung des Vertreibungsbuches, des HK-Znaim in der Beseda.

Der Dank, dass diese Präsentation in dieser Form möglich war, gilt Dr. Jiri Kacetl und seinem Verschönerungsverein.

Es war ein voller Erfolg, die Bücher fanden und finden noch immer reißenden Absatz. Es ist heute klar, diese Bücher sind längst überfällig gewesen, das Interesse in der heutigen Bevölkerung in Tschechien ist da.

Es ist hocherfreulich, dass danach der Kontakt nicht abriss, sondern wir weiterhin im Austausch geblieben sind.

 

 

Nun wollen wir vom 25.09.-29.09.2019 eine JMG-Reise mit dem Schwerpunkt eines Seminares in Znaim veranstalten.

Es gibt eine Zeitzeugen Broschüre von tschechischen Landsleuten, die von der JMG zur Übersetzung in Auftrag gegeben wird.

Somit haben wir die Zeitzeugenberichte unserer Landsleute und die Version der tschechischen Landsleute.

Mit Historikern aus Österreich, Tschechien und von unserer Seite Frau Dr. Elke Krafka, werden wir diese beiden Zeitzeugen Dokumentationen gegenüberstellen und erläutern.

Nur wer sich der Sichtweise Anderer stellt, kann sich damit auseinandersetzen.

Dr. Kacetl macht die Organisation und ist als Historiker des Südmährischen Landesmuseums in Znaim, der Fachmann vor Ort.

Er kennt die Bevölkerung, kann die Strömungen und Meinungen, die im Vorfeld vorhanden sind einschätzen.

So ein Seminar in Znaim ist eine gute Chance mit der heutigen Bevölkerung in Kontakt zu kommen, hätte man uns das vor einem Jahr prophezeit, dass dies möglich ist, wären wir wohl sehr skeptisch gewesen.

Da der Kontakt zur Stadtverwaltung nicht vorhanden war und nur durch eine Hand voll Privatpersonen, wir den Kontakt in den HK-Znaim pflegen konnten.

Es gilt bei solchen Veranstaltungen, Stellung zu beziehen! Nachzufragen und offen zu sein im 21-Jahrhundert. Aber Unrecht, egal wo, in welchem Land, von welchen Personen wann immer auch begangen, bleibt Unrecht!

Auf der großen Bühne der Politik hat man wenig erreicht!

So halten wir es mit Reinfried Vogler, der immer sagt im Kleinen, von der Basis aus kann man etwas erreichen.

 

Den Abschluss der Veranstaltungen hatten wir mit dem Kochen Südmährisch am 07.10.2018. Es gab Tafelspitz mit Apfelkren und zum Nachtisch selbstgemachten Apfelstrudel! Speisen die wir von unseren Eltern und Großeltern her kennen. Das Kochen, die Anekdoten, die man sich dabei erzählt, das Erinnern macht in jedem Jahr große Freude und eine gewisse Wehmut schwingt wohl immer mit.

In 2019 haben wir das Koche Südmährisch auf Morgen verlegt, Beginn 10:00! Wie immer beim Kochservice Schenzielorz.

Auf dem Kochzettel stehen: Znaimer Gurkensuppe und Schinkenfleckerln! Mit Original Geselchtem aus Österreich!

 

Was bleibt von so einem Jahr?

Einige neue Teilnehmer, die interessiert sind, wo niemand mehr da ist den man fragen kann.

Sie mit einzubeziehen, geschichtliches Wissen zu vermitteln, wie es zu der Vertreibung unserer Vorfahren kam, welche politischen Entscheidungen verantwortlich waren.

 

Was aber in Zukunft für unsere Volksgruppe wichtig sein wird: Gemeinschaft zu pflegen grenzübergreifend, Zusammenhalt zu zeigen, uns nicht in eine „Rechte Ecke“ drängen lassen. Da wo es nötig ist ganz klar Stellung zu beziehen. Aber auch offen zu bleiben, für unsere Nachbarn, der Nachgeborenen Generation auf der tschechischen Seite.

 

Zum guten Schluss:

Wir, „Die Junge und Mittlere Generation“, danken der Vorstandschaft des „Südmährerbundes“ für das entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung.

Und allen Landsleuten die durch Ihre Teilnahme uns unterstützt haben.

Für die JMG Adelheid Bender-Klein

Kulturbericht JMG 2018 mit Bilder


Reise der JMG Südmähren vom 11.08. – 17.08.2018

ganz im Zeichen von Heimattreffen und mit dem Höhepunkt der Buchpräsentation der Vertreibungsberichte des Heimatkreises Znaim in der tschechischen Übersetzung, stand unsere diesjährige Fahrt.

Nach der Anreise, in zwei Kleinbussen und auch mit privatem PKW, nach dem Zimmerbezug in der Pension Solnice, trafen wir uns zum ersten Kennenlernen beim Abendessen. Einige neue Teilnehmer waren in diesem Jahr mit von der Partie, somit ging der Gesprächsstoff am ersten Abend nicht aus.

Am Sonntag fuhren wir zum Kirtag nach Niedersulz, dort konnten alle den Südmährer Hof erkunden, Gelegenheit unsere Österreichischen Landsleute zu treffen.

Den Abschluss an diesem Tag, machten wir in Poysdorf.

Der Montag, Wanderung von Deutsch-Konitz (Konice) nach Znaim. Bei sengender Hitze, ging es über den Kuhberg, belohnt wurden wir mit einem sehr schönen Ausblick auf Znaim.

Bevor es am Nachmittag in den Znaimer Untergrund ging, führte Wolfgang Daberger noch in einem kleinen Rundgang durch die Stadt.

Dienstag, der Tag begann mit einer Führung durch das Südmährische Museums in Znaim, mit fachkundigen Erläuterungen von Dr. Jiři Kacetl war der Rundgang sehr kurzweilig. Am Nachmittag standen die Vorbereitungen für die Buchpräsentation an. 17:00 dann die traditionelle Deutsche Messe in St. Niklas.

Ein Jahr Vorbereitung für die Präsentation! Auf Tschechischer Seite, Dr. Jiři Kacetl mit dem Verschönerungsverein von Znaim. Von Deutschland aus der Heimatkreis Znaim.

In einer voll besetzten Beseda mit all den geladenen Gästen, den interessierten Südmährern aus Österreich und Deutschland, sowie zahlreiche Teilnehmer aus der Znaimer Bevölkerung ließen alle Mühen im Vorfeld vergessen.

Als offizielle Vertreter der Stadt Znaim sprachen die beiden Vizebürgermeister Mag. Jan Blaha und Ing. Jakub Malačka sowie der Sprecher der Südmährer Franz Longin jeweils Grußworte. Dr. Elke Krafka, Kulturbeauftragte des Südmährerbundes, referierte über die Entstehung der Vertreibungsbücher und über die vorliegende Znaimer Buchausgabe. Abschließend berichteten Franz Longin und Josef Vlasák, Heimatforscher in Znaim und Ehrenbürger von Znaim, als Zeitzeugen über ihre Gedanken und Erlebnisse zur Zeit der Vertreibung. Dank der Übersetzungen von Dr. Magdalena Havlová aus Brünn konnten alle Beteiligten dem Festakt unmittelbar folgen.

Es ergaben sich in der jüngeren Generation, gute Gespräche ohne Sprachbarrieren.

Das Vertreibungsbuch fand reißenden Absatz.

Mittwoch, die Gedenkfeier am Heimatdenkmal in Unterretzbach mit anschließendem Heimattreffen beim Heurigen Winter. Am Nachmittag gab es dann für die Neuen Teilnehmer die Möglichkeit, die Heimatorte ihrer Vorfahren zu besuchen.

Den Abschluss machten wir bei den „Ochsen“, in Probitz.

Der Donnerstag, war Dank Oskar Sollan ein ganz anderer. Mit zwei Oldtimer Traktoren plus Anhänger, lernten wir den Heimatkreis Znaim aus einer anderen Perspektive kennen. Es ging von Mitterretzbach, Znaim, Luggau, Frain, Landschau Vöttau zur Mittagspause und dann wieder auf demselben Weg zurück! Bei herrlichem Wetter und guter Sicht genossen wir den Tag.

Den Abschluss Abend verbrachten wir in Schattau und am nächsten Tag ging es mit sehr vielen Eindrücken zurück!

Wolfgang Daberger & Adelheid Bender-Klein

 

Reiseausschreibung: Ausschreibung JMG-Reise 2018

 


Seminar zum deutsch-tschechischen Verhältnis

 

„Das deutsch-tschechische Verhältnis unter besonderer Berücksichtigung der historischen deutschen Minderheit“ war das Thema eines Seminars, das vom 16.2. bis 18.2.2018 am Heiligenhof in Bad Kissingen stattfand. Wie in jedem Jahr veranstaltet die Jüngere und Mittlere Generation Südmähren (JMG) in Zusammenarbeit mit der Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“ in Bad Kissingen eine mehrtägige Veranstaltung, die für alle offen ist.

Ulrich Rümenapp leitete die Begegnung, die gleich am ersten Abend in das Thema einführte: Das Zusammenleben deutsch- und tschechischsprachiger Menschen über einen extrem langen Zeitraum hinweg. Während slawische Stämme bereits im 6. Jahrhundert auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen von der Ukraine herkommend in den böhmisch-mährischen Raum einwanderten, kamen die Deutschsprachigen zu einem großen Teil durch Anwerben böhmischer Könige. Daraufhin gestaltete sich ein Zusammenleben mit dem Entwickeln von Gemeinsamkeiten, aber auch durch die Suche nach Trennendem, um die Identitätsbildung in der jeweils eigenen ethnischen Gruppe zu fördern. Die Einführung ließ bewusst das derzeit von Jubiäumsfeiern überhäufte 20. Jahrhundert aus.

Dr. Martin Zückert vom Collegium Carolinum referierte am nächsten Tag zum Thema „Das Ende des Ersten Weltkriegs, die Gründung der Ersten Tschechoslowakischen Republik und die Deutschen“. In einem sehr gut gehaltenen Vortrag, ausgestattet mit viel Wissen, ging Dr. Zückert auf die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Habsburger Monarchie ein, verfolgte die Nationalitätenproblematik und die Idee der kollektiven Sicherheit. Bei den anschließenden Staatsgründungen ging es auch um die Fragen „Wie umgehen mit der Diversität?“  und „was heißt einheitliche Nation?“ – beides sind Fragestellungen, die bis heute virulent geblieben sind.

Martin Dzingel aus Prag war der nächste angekündigte Referent. Leider musste sein Vortrag sehr kurzfristig abgesagt werden, sodass als „Notprogramm“ der Film „Alois Nebel“ gezeigt wurde. Der tschechische Animationsfilm aus dem Jahr 2011 thematisiert auf sehr eindrückliche Art die Vertreibung der Deutschen durch die Tschechen und reflektiert auch die daraus resultierende Schuld.

Josef Zellmeier (MdL) aus Straubing wurde am Samstagabend zum nachgereichten politischen Aschermittwoch in Bad Kissingen erwartet. Da er unter anderem auch der Vorsitzende der CSU-Arbeitsgruppe Vertriebene, Aussiedler, Partnerschaftsbeziehungen ist, wäre es naheliegend gewesen, wenn er sich zum angekündigten Thema „Vertriebenenpolitik – aktueller denn je: Das deutsch-tschechische Verhältnis und die Bedeutung der sudetendeutschen Anliegen in der aktuellen Politik“ geäußert hätte.

Stefan Gehrke vom Deutsch-tschechischen Zukunftsfonds (DTZF) referierte abschließend am Sonntag über die grundsätzliche Idee des DTZFs und erklärte die Möglichkeiten der Förderung.

Die 30 teilnehmenden Personen konnten Bad Kissingen mit vielen neuen Eindrücken wieder verlassen und die JMG-Leitung dankt allen Mitwirkenden für die gelungene Veranstaltung.

 

Seminarbericht Heiligenhof 2018 JMG Seminar d-cz 2018