Reisen und Veranstaltungen der JMG

 

Reise der JMG Südmähren vom 11.08. – 17.08.2018

ganz im Zeichen von Heimattreffen und mit dem Höhepunkt der Buchpräsentation der Vertreibungsberichte des Heimatkreises Znaim in der tschechischen Übersetzung, stand unsere diesjährige Fahrt.

Nach der Anreise, in zwei Kleinbussen und auch mit privatem PKW, nach dem Zimmerbezug in der Pension Solnice, trafen wir uns zum ersten Kennenlernen beim Abendessen. Einige neue Teilnehmer waren in diesem Jahr mit von der Partie, somit ging der Gesprächsstoff am ersten Abend nicht aus.

Am Sonntag fuhren wir zum Kirtag nach Niedersulz, dort konnten alle den Südmährer Hof erkunden, Gelegenheit unsere Österreichischen Landsleute zu treffen.

Den Abschluss an diesem Tag, machten wir in Poysdorf.

Der Montag, Wanderung von Deutsch-Konitz (Konice) nach Znaim. Bei sengender Hitze, ging es über den Kuhberg, belohnt wurden wir mit einem sehr schönen Ausblick auf Znaim.

Bevor es am Nachmittag in den Znaimer Untergrund ging, führte Wolfgang Daberger noch in einem kleinen Rundgang durch die Stadt.

Dienstag, der Tag begann mit einer Führung durch das Südmährische Museums in Znaim, mit fachkundigen Erläuterungen von Dr. Jiři Kacetl war der Rundgang sehr kurzweilig. Am Nachmittag standen die Vorbereitungen für die Buchpräsentation an. 17:00 dann die traditionelle Deutsche Messe in St. Niklas.

Ein Jahr Vorbereitung für die Präsentation! Auf Tschechischer Seite, Dr. Jiři Kacetl mit dem Verschönerungsverein von Znaim. Von Deutschland aus der Heimatkreis Znaim.

In einer voll besetzten Beseda mit all den geladenen Gästen, den interessierten Südmährern aus Österreich und Deutschland, sowie zahlreiche Teilnehmer aus der Znaimer Bevölkerung ließen alle Mühen im Vorfeld vergessen.

Als offizielle Vertreter der Stadt Znaim sprachen die beiden Vizebürgermeister Mag. Jan Blaha und Ing. Jakub Malačka sowie der Sprecher der Südmährer Franz Longin jeweils Grußworte. Dr. Elke Krafka, Kulturbeauftragte des Südmährerbundes, referierte über die Entstehung der Vertreibungsbücher und über die vorliegende Znaimer Buchausgabe. Abschließend berichteten Franz Longin und Josef Vlasák, Heimatforscher in Znaim und Ehrenbürger von Znaim, als Zeitzeugen über ihre Gedanken und Erlebnisse zur Zeit der Vertreibung. Dank der Übersetzungen von Dr. Magdalena Havlová aus Brünn konnten alle Beteiligten dem Festakt unmittelbar folgen.

Es ergaben sich in der jüngeren Generation, gute Gespräche ohne Sprachbarrieren.

Das Vertreibungsbuch fand reißenden Absatz.

Mittwoch, die Gedenkfeier am Heimatdenkmal in Unterretzbach mit anschließendem Heimattreffen beim Heurigen Winter. Am Nachmittag gab es dann für die Neuen Teilnehmer die Möglichkeit, die Heimatorte ihrer Vorfahren zu besuchen.

Den Abschluss machten wir bei den „Ochsen“, in Probitz.

Der Donnerstag, war Dank Oskar Sollan ein ganz anderer. Mit zwei Oldtimer Traktoren plus Anhänger, lernten wir den Heimatkreis Znaim aus einer anderen Perspektive kennen. Es ging von Mitterretzbach, Znaim, Luggau, Frain, Landschau Vöttau zur Mittagspause und dann wieder auf demselben Weg zurück! Bei herrlichem Wetter und guter Sicht genossen wir den Tag.

Den Abschluss Abend verbrachten wir in Schattau und am nächsten Tag ging es mit sehr vielen Eindrücken zurück!

Wolfgang Daberger & Adelheid Bender-Klein

 

Reiseausschreibung: Ausschreibung JMG-Reise 2018

 


Seminar zum deutsch-tschechischen Verhältnis

 

„Das deutsch-tschechische Verhältnis unter besonderer Berücksichtigung der historischen deutschen Minderheit“ war das Thema eines Seminars, das vom 16.2. bis 18.2.2018 am Heiligenhof in Bad Kissingen stattfand. Wie in jedem Jahr veranstaltet die Jüngere und Mittlere Generation Südmähren (JMG) in Zusammenarbeit mit der Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“ in Bad Kissingen eine mehrtägige Veranstaltung, die für alle offen ist.

Ulrich Rümenapp leitete die Begegnung, die gleich am ersten Abend in das Thema einführte: Das Zusammenleben deutsch- und tschechischsprachiger Menschen über einen extrem langen Zeitraum hinweg. Während slawische Stämme bereits im 6. Jahrhundert auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen von der Ukraine herkommend in den böhmisch-mährischen Raum einwanderten, kamen die Deutschsprachigen zu einem großen Teil durch Anwerben böhmischer Könige. Daraufhin gestaltete sich ein Zusammenleben mit dem Entwickeln von Gemeinsamkeiten, aber auch durch die Suche nach Trennendem, um die Identitätsbildung in der jeweils eigenen ethnischen Gruppe zu fördern. Die Einführung ließ bewusst das derzeit von Jubiäumsfeiern überhäufte 20. Jahrhundert aus.

Dr. Martin Zückert vom Collegium Carolinum referierte am nächsten Tag zum Thema „Das Ende des Ersten Weltkriegs, die Gründung der Ersten Tschechoslowakischen Republik und die Deutschen“. In einem sehr gut gehaltenen Vortrag, ausgestattet mit viel Wissen, ging Dr. Zückert auf die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Habsburger Monarchie ein, verfolgte die Nationalitätenproblematik und die Idee der kollektiven Sicherheit. Bei den anschließenden Staatsgründungen ging es auch um die Fragen „Wie umgehen mit der Diversität?“  und „was heißt einheitliche Nation?“ – beides sind Fragestellungen, die bis heute virulent geblieben sind.

Martin Dzingel aus Prag war der nächste angekündigte Referent. Leider musste sein Vortrag sehr kurzfristig abgesagt werden, sodass als „Notprogramm“ der Film „Alois Nebel“ gezeigt wurde. Der tschechische Animationsfilm aus dem Jahr 2011 thematisiert auf sehr eindrückliche Art die Vertreibung der Deutschen durch die Tschechen und reflektiert auch die daraus resultierende Schuld.

Josef Zellmeier (MdL) aus Straubing wurde am Samstagabend zum nachgereichten politischen Aschermittwoch in Bad Kissingen erwartet. Da er unter anderem auch der Vorsitzende der CSU-Arbeitsgruppe Vertriebene, Aussiedler, Partnerschaftsbeziehungen ist, wäre es naheliegend gewesen, wenn er sich zum angekündigten Thema „Vertriebenenpolitik – aktueller denn je: Das deutsch-tschechische Verhältnis und die Bedeutung der sudetendeutschen Anliegen in der aktuellen Politik“ geäußert hätte.

Stefan Gehrke vom Deutsch-tschechischen Zukunftsfonds (DTZF) referierte abschließend am Sonntag über die grundsätzliche Idee des DTZFs und erklärte die Möglichkeiten der Förderung.

Die 30 teilnehmenden Personen konnten Bad Kissingen mit vielen neuen Eindrücken wieder verlassen und die JMG-Leitung dankt allen Mitwirkenden für die gelungene Veranstaltung.

 

Seminarbericht Heiligenhof 2018 JMG Seminar d-cz 2018