Die Vertreibung in Zahlen

In der Region Südmähren, von der hier berichtet wird, lebten 1910 laut Statisktik 213.328 Menschen. Sieben Achtel davon bezeichneten sich damals als Bürger mit deutscher Muttersprache. Durch die Tschechisierungpolitik mit Förderung von Industrieansiedlungen seit 1918 reduzierte sich dieses Verhältnis bis 1930 auf nur noch die doppelte Zahl deutscher gegenüber tschechischen Bürgern. Alle Deutschen wurden 1945 entrechtet, gedemütigt, enteignet und vertrieben. Insgesamt wurden aus der Tschechoslowakei 2,5 Millionen Menschen vertrieben, über 10 % davon starben – 160.000 noch vor Ort, 90.000 in Lagern, 30.000 durch Gewaltakte auch der Sowjets, 11.000 durch Selbstmord aus Verzweiflung und 8.000 bei der Zwangsarbeit in der Sowjetunion – die zur deutschen Wehrmacht eingezogenen und Gefallenen nicht mitgerechnet.