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Ortsnamensverzeichnis Znaim
Ortsnamensverzeichnis
Der Kreis Znaim ist das große Mitglied des knapp 170 km langen Landschaftsstreifens Südmährens entlang der niederösterreichischen Grenze. In seiner Breite schwankt das bis 1945 - 1946 von deutschen Menschen besiedelt gewesene Kreisgebiet zwischen 10 und 35 km. Es bedeckt eine Flache von mehr als 1000 km2 und zählte 1930 knapp 103000 Einwohner.

Der im einleitenden Abschnitt Landschaft (S.5) erwähnte Übergang vom höher gelegenen, landschaftlich und klimatisch rauheren, waldreichen Westen zur fruchtbaren, flachen Osthälfte Südmährens vollzieht sich recht unvermittelt auf einer Grenzlinie, die etwa durch die Mitte des Kreises von Südwest nach Nordost an den Orten Schattau, Znaim, Proßmeritz vorbei verläuft.

Die waldreiche Hügellandschaft im Westen mit den für sie typischen Waldhufendörfern lockte Wanderer und Wochenendausflügler an, Die Orte Frain, Freistein, Schönwald, Liliendorf, Luggau waren beliebte Sommerfrischen.

Im Lößreichen Ostteil beherrschen ausgedehnte Weizen-, Gerste- und Maisfelder, Wein-, Obst- und Gemüsekulturen das Landschaftsbild. Salzpflanzen (Halophyten) auf den "Salzwiesen" bei Zulb und anderenorts, typisch für Steppenflora, dürfen als Indikatoren sowohl für das Klima als auch für die Böden tertiärer Ablagerungen gesehen werden. Wohl wegen solcher Gunst der Natur war das Znaimer "Unterland" schon sehr früh besiedelt. Bei Grabungen in Joslowitz und Znaim ("Leska") wurde die menschliche Besiedlung im diluvialen Löß nachgewiesen (Joslowitzer Lößmensch).- Weiter Funde: Siedlungen der Alt- und Jungsteinzeit bei Gaiwitz und Töstitz, keltische Spuren bei Mähr. Kromau. (Die Flussnamen "Thaya" und "March" sind nachgewiesenermaßen keltischen Ursprungs.) Funde aus der Römerzeit bei Groß Tajax und Höflein/Th.; Germanische Gräber bei Mühlfraun und Lechwitz - das Wort "Mähren" dürfte auf sie Markomannen (um Chr. Geburt) zurückgehen. Gedrängt von den anstürmenden Awaren ziehen im 6. Jh. slawische Stämme ins Land. Im 8. Jh. verbreitet dich das Christentum vom Bistum Passau aus, zu den damals neven dem heutigen Niederösterreich auch Böhmen und Mähren gehören. Den Missionaren folgen bayrische Siedler in mehreren Wellen bis ins 13. Jh. So erhält Konrad, der Bruder des böhmischen Herzogs, im Jahre 1061 die Fürstentümer Znaim und Brünn, "weil er der deutschen Sprache mächtig ist". in den folgenden 200 Jahren zählte Znaim mit Olmütz, Brünn und Prag zu den Hussitenstürmen (1419-1436) viel weiter nach Norden als später erkennbar, was siech vor allem aus Flur- und Riednamen in diesen Tschechisierten Gebieten nicht im 19. Jh.. in altösterr. Landkarten nachweisen lässt.

Durch die Jahrhunderte hatten Land und Leute under vielerlei Kriegswirren und nachfolgenden Seuchen unvorstellbar zu leiden. Türken, schwedische und kaiserliche Truppen im 30 jährigen Krieg, französische und preußische Soldaten zogen, schen Tribut fordernd, durch Dörfer und Städte. Erst die Befreiung von der Türkengefahr 1683 brachte dem Land wirtschaftlichen Aufschwung. Es entstanden prächtige Barockbauten. Im 18 jh. Bau der durchden Kreis Znaim führenden "Kaiserstraße" Wien - Prag, Aufhebung der Leibeigenschaft durch Josef II.; im 19. Jh. Aufhebung der Robotpflicht und Bau verschiedener Eisenbahnlinien dir den Kreis: als Folge Aufblühen des Wirtschaftslebens. Ein relativ langer Zeitabschnitt des Friedens und des Aufbaues Südmährens zwischen 1870 und 1914; Fortschritt und Erleichterung der Arbeit duech Industriealisierung und Einzug der Maschinen in die Landwirtschaft. Der 1. Weltkrieg unterbrach diese Entwicklung , 1918 wurde Südmähren gegen den erklärten Willen seiner Bewohner un die neugegründete CSR gezwungen. Der Verlust der Absatzmärkte für südmährische Produkte in Wien und Niederösterreich machte sich schmerzlich bemerkbar. Waren breits Mitte des 19.Jh. nationale Spannungen deutlich geworde, so war nun die deutsche bevölkerung einer rigorosen Entnationalisierungspolitik ausgesetzt, die erst durch den Anschluß Südmährens an das Deutsche Reich im Oktober 1938 ein Ende fand.

Im Jahre 1938 verließen wärend und nach der Einkliederung Südmährens rund 11000 Tschechen freiwillig und unbehelligt das Kreisgebiet, die Einwohnerzahl des Kreises sank dadurch von 102.600 auf 91500.

Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945-1946 wurden vielfach fremde Neusiedler eingeschleußt, denen es bisher nicht gelang die verödung unserer Heimat zu verhindern. Die Verwischung aller deutsch-südmährischer Kultur, all dessen, was an die 900jährige deutsche Besiedlung erinnert, scheint das Erklärte der tschechischen Behörten zu sein.

An den Grenzen zur Heimat

Wer von weither - etwa aus der Bundesrepublik Deutschland - in das niederösterreichische Grenzgebiet fährt, um von hier aus einem Abstecher in das bis 1945 deutsch gewesene Südmähren zu unternehmen der sollte es nicht versäumen, sich auch ein paar Tage diesseits der Grenze umzusehen. Er wird überrascht sein, wie groß und vielseitig das Angebot an kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten, an Baudenkmälern und auch an landschaftlich reizvollen Zonen sowohl im "Waldviertel" als auch im "Weinviertel" ist. der leztere Name läst erkennen, das allerorts ein guter Tropfen zu bekommen ist. Die Übernachtungsmöglichkeiten in den Grenznahen Dörfern reichen zwar für größere Reisegruppen nicht aus - (dazu Hinweise bei entsprechenden Orten!) - doch finden PKW-Reisende auch in kleineren Orten saubere private Frühstückspensionen mit Kapazitäten bis zu 10 Betten, die in der Regel bei besonderen Anlässen, etwa bei Südmähren-Treffen an ihren grenznahen Gedenk- und Mahnstätten, ausgebucht sein dürften.

Ausgehend von Wien das natürlich auch umfahren werden kann (Krenz- Tulln), gelangt man auf der B2 (= Europastraße) nach

Hollabrunn, Bezirksstadt (ohne Eingemeindung ca. 6000 Einwohner) mit schönem, großen Marktplatz, reichem Angebot an Gaststätten und Übernachtungsmöglichkeiten. Für Reisegruppen (Busse) Studentenheim mit Sporthotel-Komfort. Auf der B84 bleibend, erreichen wie über Jetzelsorf

bei

Klein Haugsdorf die Staatsgrenze (Grenzübergang nach Znaim). Etwa 1,5 km vor dem in einer Senke vor uns liegenden Grenzort zweigt eine schmale, aber gut ausgebaute Straße in Richtung West nach Unterretzbch ab. Ein Hinweisschild kündigt in 1,5 km Entfrnung da 1980 erstellte Heimatdenkmal des Kreises Znaim an. Eindrucksvolles Monument mit Hinweistafel auf die vor uns liegenden Orte um Znaim.

3 km westlich davon liegt der Ort

Unter Retzbach, auf dessen Markung das Mahnmal steht. Die barocke Pfarrkirche (4 wiederentdeckte Fresken) des Ortes ist weithin sichtbar. Gasthaus und private Frühstückspensionen (Betten) vorhanden; Heurigenlokal.

2,5 km nordwestlich von Unter Retzbach die beiden Grenzdörfer

Mitter- und Ober Retzbach, mit denen unter Retzbach zur Großgemeinde "Retzbach" zusammengeschlossen ist. (1300 Einwohner). Stillgelegtes Zollhaus. S.: Historischer Meilenstein dicht an der Grenze; Aussichtspunkt "Heiliger Stein" mit Kapelle. Guter Ausblick nach Gnadlersdorf und Schattau (Südmähren).

5 km südlich der beiden Orte liegt - wie diese am Übergang vom Wienviertel zum Waldvierte - die Grenzstadt.

Retz (264 m MH). Als Großgemeinde mit 4 angeschlossenen Dörfern 4000 Einwohner; ringsum ausgedehnte Reblandschaft. S:Hauptplatz mit prächtigen Bürgerhäusern, Rathauspltz, Sgraffitohaus, Pranger, Mariensäule, barocke Stadtkirche, österreichs größte Kelleranlage unter der Stadt. u. a. m- einladende Gaststätten; Übernachtung: Gasthäuser und Privatvermietung (über 100 Betten).

von Retz in Richtung NW nch dem 18 km entfernten

Hardegg. Mit knapp 100 Ew. kleinste Stadt Österreichs; bekannt durch seine reizvolle Lage in tief eingeschnittenen Thayatal. Die Mitte einer seit kurzem wieder geöffneten Brücke in Staatsgrenze. Sehenswürdigkeiten: Ritterburg auf hohem Fels, von Hochplateaus reizvoller Blick in das Flusstal. In der Nähe: Jagdschloss Karlslust, Ruine Kaja, Barock-Schloss Riegersburg (12 km westl. v.H.). Gaststätte und Privatquartiere.

An der Straße nach Felling, 6 km in Richtung West

Gedenkkreuz der Frainer.

Über Riegersburg, Langau nach Heirichsreuth bei Drosendorf (16 km)

Gedenkstein der Salleker (Znaim)

Zurück nach Retz, von hier in Richtung Süd 10 km nach

Zellerndorf (2700 Einwohner), Gedenkstätte für den Düdmährischen Mundartdichter Dr. Karl Bacher (1884 bis 1954). Gasthäuser und Privatquartiere. Von Zellerndorf oder von Retz aus in Richtung Ost zurück zur E 84 (=B2) zum Straßenknotenpunkt.

Jetzelsdorf (zur Großgemeine Haugsdorf) Sehenswürdigkeit: Jagdmuseum.

In Richtung Ost über Teilort Auggental 1 km nach

Haugsdorf Marktflecken mit 1900 Einwohnern, bedeutender Weinort. Sehenswürdigkeit: dreischiffige gothische Pfarrkirche (um 1400), Kanzel und Turm barock, got. Madonna, Ga./Üb.: Schlossgasthof u.a.

Die folgend aufgeführten Orte liegen der Reihe nach an der in östlicher Richtung führenden Pulkautalstraße (B 212), weitere Richtungsangaben unterbleiben daher.

2 km bis

Albersdorf, 700 Einwohner, "Europadorf" mit Gaststätten und Übernacht.

Über Untermarkersdorf 3,5 km nach

Hadres, 2000 Einwohner, Patenort und Denkmal f. Gerstenfeld. - Priv. Übern.

Über Obritz 6 km nach

Seefeld-Kadolz, 1200 Einwohner, alte Marktgemeinde. Sehenswürdigkeit: Schloß von Fischer v. Erlach, Pfarrkirche, Pranger, Marktbrunnen. Übern.: private Frühstückspension, Gasthäuser.

Abstecher nach dem 3 km südliche der B 212 liegenden Mailberg. Berühmte Malteserkommende (im Schloß Malteser-Museum u. Restaurant!).

4 km weiter

Zwingendorf; beim Ort: Gedenkstätte der Joslowitzer und Joslowitzer Heimatstube.

7 km nach Zwingendorf kommt

Pernhofen mit der Gedenkstätte der Erdberger

Danach in 2 km Entfernung

Wulzeshofen mit der Gedenkstätte der Groß Tajaxer. Der Ort gehört zur Großgemeide Laa, das von hier 8 km entfernt liegt.

Laa a.d. Thaya, die Patenstadt zu Höflein a.d. Thaya; Gedenkstein auf dem Friedhof. Grenzstadt mit Grenzübergang in die CSR (0,5 km). Mittelpunkt des östlichen Weinviertels, mit schönem Rathaus auf großem, rechteckigem Marktplatz, der Pfarrkirche zum hl. Vitus, einer Wasserburg, Stadtmauer und anderen Sehenswürdigkeiten. Gaststätten: eine Reihe gut ausgestatteter Gaststätten. Übernacht.: Hotels, Gasthäuser und Privatquartiere.

Der Grenzübergang Laa - Höflein, von Wien - Korneuburg auf der B 36 60 km, empfielt sich beonders für Besucher des östlichen Teiles des Kreises Znaim. Ein und Ausreise sind nicht an den gleichen Grenzübergang gebunden!

Kallendorf (Chvalovice) 217 m MH, ab 1939 "Schatzberg-Kallendorf". reines Bauerndorf 8 km südlich von Znaim, 697 Einwohner, 168 Häuse, 745 ha. Zu "Schatzberg" gehörten außer Kallendorf noch Klein Tajax und Gerstenfeld. - Ursprünglich reines Angerdorf am Danischbach, 1219 erste urkundliche Nennung. Kirche z. hl. Margarethe (1284) in Ortsmitte, 1766 erweitert und umgebaut; zweiklassige Volksschule. Großer Gast- und Einkehrhof Fichtl war a.d. alten Poststraße Wien - Znaim von Bedeutung. Bewohner leben fast ausschließlich von Acker- und Weinbau; nur einschlägiges Handwerk. - Kellerdorf a.d. Straße nach Schattau. Sehenswürdigkeiten: Hauptaltar, kunstvoll aus Holz geschnitzt, Predigtstuhl - ein Kunstwerk der Steinmetzarbeit; Wehrturm.

Auf der E 84 in Richtung Nord 6 km weiter nach Oblas. (siehe Oblas)

Oblas (Oblekovice) 208 m MH, ab 1039 eingemeindet nach Znaim (2 km). Ort am Südufer der Thaya mir "neuer Thayabrücke", geogr. Mittelpunkt des "Thayabodens". 550 Einwohner, 189 ha, 114 Häuser. O. gehörte stets zur Pfarrei Klosterbruck; vierklassige Volksschule.- Ausgrabungen von Hockergräbern a.d. Bronzezeit. - Sehenswürdigkeiten: Barockstatue Hl. Johannes v. Nepomuk a.d. Thayabrücke (1720) mit Inschrift, die an die Zerstörung d. Brücke durch russ. Truppen (1805) und den Wiederaufbau d. franz. Soldaten erinnert. Pestsäule an der Ecke Wiener/Retzer-Straße.

Zu den

Thayaboden-Orten gehören neben Oblas die Dörfer Pumlitz, Esseklee, Alt- und Neuschallersdorf, Edelspitz, Klein Teßwitz und Zuckerhandl. Alle 8 Orte sind nächstes Umland von Znaim, wohin die weitgehend auf Gemüseanbau spezialisierten Bewohner ihre stets frischen und vielfältigen Produkte, von der Küchenzwiebel bis zum Spinat, von der Gurke bis zum Blumenkohl, auf den täglichen, vermehrt noch auf den Wochenmarkt, "in die Stadt" brachten. Auch Obst und Wein sind zu nennen.

Pumlitz (Bohumilice) 208 m MH, 1939 nach Znaim eingemeidet. Ort a.d. Thaya, 1 km östl. von Oblas. Straßendorf mit 298 Einwohnern, 66 Häusern, 197 ha. (Ort mit Mühle schon 1195 genannt). Dorfkapelle z. Allerheiligsten Dreifaltigskeit (mit entspr. Altarbild von O. Kollmann) 1934 gebaut; eingepfarrt nach Klosterbruck. Zweiklassige Volksschule. - Galegen- und Pelzberg im Osten laden zu Spaziergängen ein. Sexberg Sperrgebiet! Östlich von Pumlitz, mit diesem baulich zusammengewachsen, liegt.

Esseklee (Nesachleby) 207 m MH, 1939 nach Znaim eingemeindet. Straßendorf mit 317 Einwohnern, 541 ha, 63 Häusern (1974: 265 Einwohner). Eine nicht mehr vorhandene Mühle mit dem Dorf schon 1243 genannt. Grundherr war zuerst die Probstei Pöltenberg, ab 1630 Klosterbruck. Glockenturm mit Kriegerdenkmal, Dreifaltigkeitsmarter. An Ortsgrenze E./Pumlitz die Schule (1873). Zur Gemeinde gehört der Katharinenhof (1486 Kath. v. Liebenberg).

Alt Schallersdorf (Starý Šaldorf) 1939 zu Znaim. 892 Einwohner, 132 Häuser, 513 ha. Unmittelbarer Vorort von Znaim an der "Wienerstraße", die mit beträchtlicher Steigung den "Stadtberg" hinaufführt. - Totale Überschwemmung am 23./24. Februar 1799. Kreishauptmann Graf von Mirowski und der russische Generral Lwow halfen bei der Rettung der Einwohner (Gedenkkapelle). Da der sofortige Wiederaufbau von Schallersdorf nicht genehmigt wurde, entstand an erhöhter Stelle ein im Volksmund "Neuoagn" genannter neuer Ort. Als das alte Schallersdorf dennoch wieder entstand, wurde 1874 die Trennung in Alt- und Neu Schallersdorf vorgenommen.

Etwa 600 m nach der "neue" Thayabrücke (Oblas) und 300 m nach der, "alten" (Alt Schallersdorf) liegt zur linken Hand Klosterbruck. Es gehört bereits zum Stadtgebiet von Znaim ( und ist dort beschrieben).

Znaim (Znojmo) 289 m ü.d.M., geographischer, wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt Südmährens. 25 854 Einw., 1700 ha, 1814 Häuser (1930). Durch die Slawisierungspolitik der CSR-Behörde sank der Anteil der Deutschen von 86 % (1910) auf 32,1 % im Jahre 1930.

Ausgrabungen aus allem Kulturepochen zeigen, dass die Stadt auf uraltem Siedlungsland erbaut wurde. 1048 bzw. 1052 erste urkundliche Erwähnung. 1226 gilt als Gründungsjahr der mit Magdeburger Recht ausgestatteten "ersten königlichen Stadt Mährens". Stadtmauer a.d.J. 1260 in Teilen gut erhalten bzw. renoviert. Sehenswert der "Wolfsturm", ein Wehrturm beim ehem. Unteren Tor i. d. Kalchergasse (Turmhelm nach 1945 verändert).

Trotz Bombenschäden des 2. Weltkrieges, später Verwahrlosung, Verfall, Abriß, und trotz der Erstellung moderner Bauten, die der histor. Substanz nicht gerecht werden, bietet Znaim, dessen Innenstadt jetzt unter Denkmalschutz steht, eine Fülle von Sehenswürdigkeiten.

Aus romanischer Zeit: Die Katharinenkapelle ("Heidentempel"), wahrscheinlich vor 1106 erbaute Rotunde in der Vorburg, 3 wertvolle Bilderzyklen a. d. Innenwänden. (Siehe Baudenkmäler).

Die Krypta von Klosterbruck, ausgeh. 12. Jh., wahrscheinlich Begräbnisst&228;tte von Judith von Wittelsbach. (Siehe Klosterbruck).

Aus der Gotik: Der 80 m hohe Rathausturm, 1445-48 erbaut von Niklas von Edelspitz. -Das "Münzhaus" (1472) gegenüber dem Rathaus, Eingang zu den unterird., in Felsen gehauenen Gängen, die Innenstadt, die Burg und die einstigen Stadttore verbinden. Heute Führungen möglich. - St. Niklas, frühgotische Stadtpfarrkirche, kurz nach 1190 erbaut, nach Brand 1335 wiederhergestellt (Pläne v. Peter Parler), Umbauten etwa 1460 durch N. v. Edelspitz. -Daneben die Wenzelskapelle, Doppelkirche mit 2 übereinander erbauten Kapellen: "St. Martin" (14. Jh.), darüber "St. Anna" (16. Jh.). - Kreuzgang und Sebastianikapelle in Klosterbruck. - Bürgerhäuser a. d. Zeit der Gotik: Unt. Platz 15, Gr. Nikolaig. 20, Träktorg. 8, Kl. Träktorg. 6 (Kaplanhof).

Renaissance: Prächtige Fassaden und Portale auf Plätzen und Straßen: Palais Althann (ehem. Landratsamt) am Ob. Platz, in der Füttergasse das Goltz'sche Haus (Portalfiguren Adam und Eva, Arkaden-Innenhof), unweit davon das Portal am Altem Rathaus, Arkaden, Fassaden und Portale anderer Häuser der Füttergasse und Unt. Platzes.

Barock: Das Dominikanerkloster (gegr. vor 1243, umgebaut 1580 - 1667),Fresken des Antwerpener Malers Mich. Joh. Fisée; die Dominikanerkirche (mit Altarbilder von Anton Maulbertsch/Langenargen und Jos. Winterhalter/Znaim); die schon 1200 erwähnte Michaelkirche (Altarbilder und Fresken v. Fisée), dazu Jesuitenkolleg 1624 - 1773, Die Marien-(Pest ) Säule am Unteren Platz.

Empirestil: 2 Bauten die Goetheg. zum Kopalpl. (Kopaldenkmal) flankierend.

Znaim, immer ein wichtiger Handelsplatz an dem uralten Handelsweg der "Salzstraße" Wien - Prag, erfuhr einen wirtschaftlichen Aufschwung durch den Bau der Nordwestbahn Wien - Znaim (1871). Das Thayaviadukt, 220 m lang und 45 m hoch, einst höchste Eisenbahnbrücke Europas, biete einen eindrucksvollen Ausblick.

Mit bauten der Gründerzeit (Ende 19.Jh.) Ausdehnung der Stadt nach Osten und Süden (Marienplatz, Kernecker Straße, Salisplatz), nach dem 1 Weltkrieg auch nach norden (Prager Straße). Die Häuser von Altschallersdorf, Mannsberg und der Neustift wurden nach 1945 abgerissen, es entstanden dort mehrstöckige, kahle Wohnsilos.

Die Burg, ursprünglich Sitz des Znaimer Teilfürstentum der Premysliden, Anfang de 18. Jh. im Barockstil umgebaut, seit 1919 Museum; ihm angeschlossen das benachbarte Franziskanerkloster (gegründet 1239, früher Fronfeste), reichhaltige Sammlungen und (leider jetzt nicht zugänglich) Urkunden beweisen ebenso wie die Kulturgeschichtlichen Merkmale von Bauweisen, Marktwesen und Gerichtsbarkeit das Jahrhunderte währende Wirken deutscher Bürger in dieser Stadt.

Kloster Bruck (Louka). An Stelle einer von Judith von Wittelsbach 1048 gegründeten Kapelle stifteten Herzog Konrad Otto II. von Böhmen und seine Mutter Maria v. Wittelsbach 1190 ein Kloster, das sie - mit reicher Stiftung ausgestattet - dem Prämonstratenser übergaben. In den folgenden Jahrhunderten spielte es eine bedeutende Rolle in Südmähren. Die Stiftkirche (1200) zeigt trotz gothischer Umbauten nach dem Hussitensturm noch die romanische Grundform. Unter Beibehaltung dieses Bestandes erfolgte im 16. Jh. der Umbau des Kirchenschiffes in Renaissance und im 17 Jh. im sinne des Barocks. 1748 begann der großangelegte Umbau des Konvents n.d. Plänen des Hofarchitekten Lukas v. Hildebrandt. Durch die Säkularisation blieb das monumentale Werk unvollendet. Die Stiftskirche wurde Pfarrkirche, die Konventgebäude dienen als Kaserne.

Pöltenberg (Hradiště Sv. Hipolyta), 329 m MH. - Ausgrabung einer Burgwallanlage mit Steinkirche aus dem 9. Jh., weltliche Probstei bis 1240 , danach Stift des "Ordens der Ritterlichen Kreuzherren mit dem roten Stern" Prag; barocke Probsteikirche mit Hochaltarbild und Fresken von Maubertsch. - Von Prag aus (über die Prager Straße zu erreichen) weiter Blick thayaabwärts, an klaren Tagen bis zu den Paullauer Bergen!

Zum Ausruhen lädt die 1804 auf den Glacis der ehem. Stadtbefestigung errichtete und als grünes Band mitten durch die Stadt ziehende Parkanlage der Unteren, Mittleren und Oberen Allee ein. Sie reicht von Salisplatz bis zum Diwischplatz (etwa 650 m).

In Nordosten des Stadtgebietes ziehen Stadtwald und Leska den Spatziergänger an.

Die Nächste Umgebung von Znaim. Die Stadt liegt aug einem Felsplateau, mit steil abfallenden Wänden im Süden und Westen, umflossen von Thaya, Granitz - und Leskabach. Sie verdankt ihre landschaftliche Schönheit der Thaya, die hier in letzten Felsbarrieren durchbricht , um unterhalb der Stadt, am "Thayaboden”, in die weite Ebene fruchtbaren Ackerlandes zu fließen.

Spaziergang mit schönen Ausblicken in s Thayatal: vom Karolinentor unterhalb der Niklaskirche aus über Spinnhoff, Karolinenberg und Muckweg am Fuße der Burg hinßber zum Burgberg. Von hier hinab in das schluchtartige Tal der Granitz, Romantischer weg durch die Granitz bachaufwärts auf den Mannsberg. - Oberhalb der Mündung des Granitzbaches, beim Eliasfelsen (mit Kramervilla), staut seit 1964 ein Damm den Fluß. Im Stausee versanken die schönen Wanderwege flussaufwärts, die Schwimmschulen (Freibäder) und die 3,5 km entfernte Traußnitzmühle. Überflutet auch das Gasthaus "Zum Rabenstein" am linken Flussufer. In der Nähe erhebt sich , ursprünglich 90 m über der Talsohle, heute nahe dem Wasserspiegel, der "Riesenkopf" (auch "Rabenstein" genannt), ein sagenumranktes Felsengebilde, das - vom richtigen Blickwinkel Betrachter - einem Menschenkopf verblüffend ähnlich sieht.

Wer die einstens beliebten und heute schwer zugänglichen Ausflugsziele der Znaimer am linken Thayaufer flussaufwärts erwandern möchte, etwa das "Markomannenlager", Königsstuhl, Salamandertal und Stierfelsen, sollte sich vorher eingehend nach "offenen" Wegen bzw. Sperrgebieten erkundigen.

Auf den der Stadt am rechten Flussufer gegenüberliegenden Kuhberg, auf dem einst Wallenstein 60000 Mann zu einem Feldzug sammelte, gelangen wir den Tränkberg abwärts über die Grünbaumbrücke. Den Anstieg zum Scheitelpunkt des Berges beim "Vrbka-Stein" belohnt ein herrlicher Blick auf das Stadtpanorama von Pöltenberg bis Klosterbruck.

Gaststätten/ Übernachtungen: Hotel "Dukla", Wiener Straße, Hotel "Družba" Prager Straße , Hotel Znojmo"(ehem. "Deutsches Haus"), Brantstraße.

Schattau (Šatov) 258 m MH, 1733 Einwohner, 398 Häuser, 1575 ha. Ursprünliches Angersorf am Danischbach, das sich zu einem ansehnlichen Marktfleckchen entwickelt hat.9,5 km südwestlich von Znaim, vorwiegend Bäuerliche Bevölkerung mit Acker- und Weinbau. - Um 1200 kam Patronat der Pfarrkirche zum hl. Bischoff Martinos an Klosterbruck, ein Teil des Ortes an Znaim. Später, bis ins 16. Jh war Schattau bei der Herrschaft Frain, ab 1601 bei der Herrschaft Joslowitz. Marktrecht seit 1373, eigene Gerichtsbarkeit, Galgenberg bei Galgen, südlich vom Ort. Heiliggrabkapelle, Gutshof; vierklassige Volksschule. Bau der Nordwestbahn (Teilstrecke Schattau - Znaim 1870) begünstigt Entstehen von Gewerbe und Industrie. Bekannte Steingut- und Tonfabrik mit Arbeiterwohnsiedlung bei der Bahnstaion (1,5 km östlich vom Ort). -Dampfmühle, Ziegelei. Sehenswürdigkeiten: Rathaus, Schillerhain (1905) = heutige Allee.

Straße in Richtung West, 2 km nach Gnadlersdorf (siehe Gnadlersdorf)

Gnadlersdorf (Hnanice) 262 m Mh, 500 Einwohner, 705 ha, 129 Häuser. (1974: 264 Einwohner). Reines Bauerndorf mit 50% Waldfläche; neben Getreide Wein, Obst, Gurken. - Rüdiger von Gnadlersdorf gab Patronat der Pfarrkirche 1200 am Klosterbruck. 1509 bekommt Gnadlerndorf an Wilhelm von Pernstein. Ferdinand I. 1541 die Dörfer Zulb, Miezmanns und Gnadlersdorf der Herrschaft Joslowitz (Wilhelm Kuna vKunstadt).Pfarrkirche zum hl. Bischhoff Wolfgang 1483 - 1487 im gotischen Stil von Prämonstr. Klosterbruck erbaut seit 1884 eigene Pfarre. - Einklassige Volksschule. Zum Ort gehört ein Teil von Neumühlen, etwa 2 km entfernt an der Thaya.

Von Gnadlersdorf in nördlicher Richtung 2,5 km nach Kaidling (siehe Kaidling)

Kaidling (Havraniky) 291 m MH, der südlichste der drei "Kuhberorte", 7 km südwestlich von Znaim. Bauerndorf mit 579 Einwohnern, 146 Häusern, 929 ha - bereits 1200 urkundlich erwähnt. Pfarrkirche zum hl. Abt Leonhard, erbaut 1815/ 16 unter dem Patronat Kosterbruck, steht auf dem Fundament einer älteren Kirche (1657), deren Turm stehen blieb. Seit 1860 eigene Pfarre. Zweiklassige Volksschule. Sehenswürdigkeiten: Aussicht zum Gramenberg (359m).

Von Kaidling weiter Richtung NO bis Abzweig (3 km) nach Westen 1,5 km nach Poppitz.

( siehe Poppitz)

Poppitz (Popice) 284 m MH, ab 1939 "Waldberg Süd". Kuhbergdorf mit 324 Einwohnern, 92 Häusern, 668 ha. Altes Straßendorf, seit 1190 urkundlich erwähnt, 1434 v. den Hissitten völlig zerstört, Einwohner übersiedelten "samt ihren Gründen" nach Taßwitz. Pfarrkirche z. Hl. Sigismund hat Turm aus dem 14. Jh. , Kirche selbst wird 1577 urkundlich erwähnt, ist spätgotisches Langhaus, mit Westfassade aus dem 17. Jh. - Pfarrhaus mit Renaissancetor (Kreuzherrenorden von Prag) - Poppitz ist Geburtsort des Dichters Charles Sealsfield (Karl Post), geb. 1793, Haus Nr. 56. Gedenkstein auf Höhe über Thaya. Auf der Heide nach Kaidling Wallfahrtskapelle (1680). Sehenswürdigkeiten: Heidelandschaft, frh. Birkbahnbalz. Jagdgebiet "Poppitzer Wald" gehörte früher einzelnen Bauern, den "Singularisten".

Auf der Ortsverbindungsstraße 1,2 km nordwärts nach Deutsch Konitz. (siehe Deutsch Konitz) Deutsch Konitz (Konice - nach 1945: K u Znojama) 307 m MH, ab 1939 "Waldberg". 459 Einwohner, 464 ha, 120 Häuser. Bäuerliche Bevölkerung. Der Ort ist erstmalig 1278 urkundlich erwähnt und war in früherer Zeit mit einer Wehrmauer umgeben. 1634 Schutzbrief von Kaiser Ferdinand II. - Pfarrkirche z. Hl. Apostel Jakobus d. Älteren wurde 1908 durch Prämonstratenser stift in Prag umgebaut. Zuvor war Kapelle vorhanden, die dem Hl. Johannes v. Nepomuk geweiht war. Zweiklassige Volksschule.

In südöstlicher Richtung 2 km zurück z. Hauptstr., dann 2 km nach Neu Schallersdorf.

( siehe Neu Schallersdorf) Neu Schallersdorf (Nový Šaldorf) 217 m MH, ab 1939 nach Znaim eingemeindet, 600 Einwohner, 283 ha, 126 Häuser,. Neugründung nach dem "Untergang von Schallersdorf" (siehe dort, Route 1). Trennung in Alt- und Neuschallersdorf erfolgte 1874, vorher hieß der Ort im Volksmund "Nai Oagn" (=Neu Aigen?). Alte Dorfkapelle von 1880 wurde erneuert, der freistehende Turm abgebrochen. Am Ortsrand die Weinkeller, darunter auch der seit 1780 bestehende und weiterhin bekannte "Blaue Keller". Kirchlich zu Klosterbruck gehörend. Für die bäuerlichen Bewohner glit hinsichtlich ihrer Erwerbstätigkeit speziell das ü. den "Thayaboden" allgemein Gesagte (Gemüse, Obst, Wein).

Von Neuschallersdorf 1 km in Richtung Nord nach Edelspitz. ( siehe Edelspitz)

Edelspitz (Sedlešovice) 217 m MH, 1939 nach Znaim eingemeidet. Straßendorf am Fuße des Kuhbergs, unmittelbar a.d.Thaya. 504 Einwohner, 107 Häuser, 491 ha. Bevölkerung zum größten Teil in der Landwirtschaft, teilweise Angestellte und arbeiter im nahen Znaim. - Vorgeschichtliche Funde: Bedeutendes Gräberfeld. Der Ort ist bereits 1190 in der Gründungsurkunde von Klosterbruck genannt. - Aus Edelspitz stammet der Baumeister Niklas v.Edelspitz, der 1446 - 1448 den Znaimer Rathausturmerbaute. Auch der Chor von St. Niklas ist ein Werk (dort ist sein Selbstbildnis zu sehen). Auch an Klosterbruck hat N.v:E. mitgewirkt. - Sehenswürdigkeit: Gotischer Bildstock des Steinmetzen König aus der Bauhütte von Meister Niklas.

Wir gelangen über die Thayabrücke und links ab (200m) an Klosterbruck (Louka) m MH, einen Stadteil von Znaim.

Klein Tajax (Dyjákovičky) 216 m MH, 1939 "Schatzberg", mit Ortsteil Haid (Grenze) 1002 Einwohner, 230 Häuser, 1290 ha. Typisches Breitangerdorf des 12. Jh., vom Danischbach durchflossen, 9 km südlich von Znaim. Urkundlich 1200 kommt das Pfarrpatronat mit St. Vitus-Kirche an Klosterbruck, die Richardsmühle 1327 an Johann von Znaim, 1489 an Wilh. von Pernstein. Ab 1517 gehört der Ort zur Herrschaft Joslowtz. - Reines Bauerndorf mit entsprechendem Handwerk. Vielfältiger Anbau, voran Getreide, Wein, Gurken. Geburtsort des Komponisten Ferdinand Kauer (1751 - 1831, Wien). - Dreiklassige Volksschule in schönem Bau. - Sehenswürdigkeit: Gotischer Chorraum und Altar, 2 Altarbilder von Winterhalte; großes altes Pfarrhaus, Mariensäule ("Pestmolta" = P.-marter, 1716) an mittlerer Brücke, schönes Kriegerdenkmal (nach 1945 versetzt an die Straßengabel Gerstenfeld/Kellerdorf). Weinkeller i. Grenzsperrgebiet!

Straße in Richtung SSO führt nach 5 km nach Gerstenfeld. ( siehe Gerstenfeld)

Gerstenfeld (Ječmeniště) 1939: mit Kallendorf u. Kl. Thajax zur Großgemeinde "Schatzberg" zusammengelegt. Gerstenfeld war Spätgründung aus den Jahre 1787 an der Straße Klein Tajax-Seefeld (NÖ), dicht an der damaligen Landes- und späteren Staatsgrenze (1918). Selbständ. Bauerndorf mit 237 Einwohnern, 135 ha, 60 Häusern. Acker- und Weinbau. Kapelle z. Maria Hilf, einklassige Volksschule. Seit 1945 im Grenzgebiet verödet und 1959 weggeräumt. Fahrt nach dem ehem. Ort nicht möglich!

Von Kl. Tajax 2 km in Richtung Nord nach Urbau. ( siehe Urbau)

Urbau (Vrbovec) 217 m MH. 1163 Einwohner, 259 Häuser, 1476 ha. Breitangerdorf 7 km südöstlich von Znaim; urkundlich erstmals 1222, doch wesentlich älter. Pfarrkirche z. Hl. Johannes dem Täufer u.d. 15 Nothelfer mit entsprechendem Altarbild von Winterhalter. Ort hatte seit 1252 ein Landgericht (Halsgerichtbarkeit), zugehörig 23 Ortschaften. 1704 wurden den Urbauern und 3 anderen Orten auf Anordnung von Kaiser Leopold die Privilegien entzogen (vergl. Rausenbruck und "Der Landrichter v. Urbau" von L. Goldhann sowie das Volksdrama von Karl Bacher). Rein bäuerliches Dorf, Acker- und Weinbau (Kellerdorf a.d. E 84 zw. Kallendorf und Oblas), etwa ab 1930 Ansätze zu gewerblicher Tätigkeit: Schrotmühle, Weinhandel. Viel älter sind die Urbauer Dachziegel. Mit solchen wurden einige bekannten Bauten der Stadt Wien gedeckt.

Von Urbau auf der Straße 2,5 km in nordöstlicher Richtung nach Naschetitz.

( siehe Naschetitz)

Naschetitz (Načeratice) 235 m MH, 1939 "Traubenfeld". 534 Einwohner, 399 ha, 143 Häuser; Straßendorf an der Kreuzung Znaim/Jolowitz - Urbau/Taßwitz. Urkundlich erwähnt 1222. Kapelle z. Schmerzhaften Muttergottes seit 1804, Erweiterung zur Kirche 1839. Einklassige Volksschule seit 1804, Erweiterung der Kirche 1839. Einklassige Volksschule seit 1816, erweitert durch Neubau 1858. Acker- und Weinbau auf weniger guten Böden und spärlicher Bodenfeuchtigkeit (kein fließendes Gewässer).

In südöstlicher Richtung nach dem 2 km entfernten Dörflitz. (siehe Dörflitz)

Dörflitz (Derflice) 1939-1945: "Traubenfeld-Ost". Kleines Bauerndorf, 67 Häusr, 308 Einwoner, 338 ha. Urkundlich seit 1210. Ort gehörte kirchlich lange zu taßwitz, ab 1833 zur neugegründeten Pfarrei Naschetitz. Eigene Kapelle z. Unbefleckten Empfängnis. Als politische Gemeinde seit 1708 selbständig. Landwirtschaft mit Wein- und Obstbau.

Weiter auf südöstl. Kurs erreicht man nach 3 km Rausenbruck.(siehe Rausenbruck)

Rausenbruck (Strachotice) 202 m MH, 12 km südöstlich von Znaim, 1038 Winwohner, 967 ha, 250 Häuser. (1974: 480 Einwohner, 116 Häuser) Der Ort liegt auf frühgeschichtlichem Siedlungsgebiet (Funde auf dem Steinberg 1907), 1,5 km v. d. Thaya entfrnt. Erste urkundliche Nennung 1190. 1342 verleiht Karl IV. den "Stadtcehn rausenbruck" das Marktrecht, 1344 Halsgerichtsbarkeit. 1356 "Castellum", 1440 als "befestigte Burg" erwähnt. Wappenbrief von König Wladislaw 1457 mit Bewilligung zweier Märkte im Jahr. 1704 erfolgte Aberkennung der Privilegien durch Kaiser Leopold I. wegen jahrzentelangen Ungehorsams. Vollzug durch Kreishauptmann Graf Althan v. Znaim (auch Urbau, Kallendorf u.a. s. dort!) Pfarrkirche z. Hl. Märtyrer Ritter Georg, 1447 erbaut von Stift Klosterbruck; vierklassige Volksschule. Ertragreicher Acker- und Weinbau. Getreidemühle, Beschälstation, Sandgruben a.d. Thaya.

Bei Rausenbruck über Mühlgraben und Thaya, 1,5 km danach links ab und 3 km bis Gurwitz.

(siehe Gurwitz)

Gurwitz (Krhovice) 199 m MH, 12 km südöstlich von Znaim, Straßendorf an der Thaya, 768 Einwohner, 546 ha, 183 Häuser. Ortsmittelpunkt Kirche z. Hl. Apostel Bartholomäus, 1867 erbaut, eingepfarrt nach Taßwitz. 1234-1784 Pfarre unter dem Patronat Klosterbruck. Schulisch ebenfalls lange zu Taßwitz, zuletzt eigene dreiklassige Volksschule- Mühlgraben "seit Menschengedenken", um Mühlen in überschwemmungssicheren Abstand v.d. Thaya zu halten, Dämme und Gräben brachten "für Obrigkeit und Untertanen viel Arbeit". Bruch des riesigen Wehrs bei Gurwitz verhütete bei großer Überschwemmung 1888 ein größeres Unglück. Vor 1938 Ansätze zum Badeurlaubsort.

Weiter in nordwestl. Richtung, nach 3 km Hödnitz.(siehe Hödnitz)

Hödnitz (Hodonice) 212 m MH, 1939: "Kirchfeld-Ost". Etwa um 1200 entstandenes Runddorf 9 km östlich von Znaim, 994 Einwohner, 1012 ha, 254 Häuser. Pfarre war seit 1281 dem Patronat des Ritterl. Kreuzherrenordens in Prag einverleibt. 1290 schenkte König Wenzel u.a. Dorf Hedenic dem Stift St. Klara in Znaim. Pfarrkirche z. Hl. Apostel Jakobus d.Ä. 1670 erbaut. Dreiklassige Volksschule. Bahnstation an der Linie Znaim - Brünn, erbaut 1870, Grundlage zu allmählicher Ansiedlung von Gewerbe und Handel. Dampfmühle seit 1888, vorübergehend Brauerei (Hopfenanbau am Ort), Gurken- und Krautkonservenfabrik, Weingroßhandel, Molkerei, Schnapsbrennerei u.a.; Acker-, Gemüse- und Weinbau überwogen aber bis 1945.

Westlich von Hödnitz, mit diesem fast zusammengebaut , liegt Taßwitz. (sihe Taßwitz)

Taßwitz (Tasovice) 217 m MH, 1939: "Kirchfeld-West". 1420 Einwohner, 371 Häuser, 1475 ha (1974: 1173 Einwohner, Tschechen, Slowaken u.a.). Ostsgründung wahrscheinlich i. 11.Jh., urkundlich 1231. Patronatsrecht der Pfarrkirche zu Maria Himmelfahrt 1234 an Kloster Bruck (Przemysl Ottokar). Dorf mit anderen Dörfern an Stift St. Klara in Znaim (König Wenzel). Taßwitz war somit 2 Herrschaften untertan (Brucker Anteil - Obergut, Anteil St. Klara - Untergut), Ursache häufigen Zwistes blieb bis 1830. - Freihöfe und eine Freimühle. Bauern bewirtschaften fruchtbare Böden. Jetzige Kirche Maria Himmelfahrt wurde 1767 eingeweiht. Fünfklassige Volksschule (1669, 1837; 1894 dreiklassig).

Taßwitz ist der Geburtsort des Hl. Klemens Maria Hofbauer (Geb. 1751). An seiner Geburtsstätte wurde 1933 eine Kirche gebaut (Kollegium des Redemptoristenordens). "Der Heilige Südmährens" starb 1820 in Wien, wurde dort in der Kirche Maria am Gestade beigesetzt. Heiligsprechung 1909 in Rom (Pius X.), 1914 neben dem Hl. Stephanus zum Stadtpatron von Wien erwählt.

In westlicher Richtung 3 km weiter nach Mühlfraun. (siehe Mühlfraun)

Klein Teßwitz (Dobšice) Thayaboden-Ort, 1939 zu Znaim eingemeindet. 1930: 1079 Einwohner, 204 Häuser, 723 ha. - Straßendorf, 1376 urkundlich als zum Stift Klosterbruck gehörend, Kapelle z. Hl. Johannes, v. Bruckbach; Glockenturm. Volksschule seit 1875, neu 1906. - Schlacht zw. Kl. Teßwitz und Zuckerhandl 1809. Kunsttischler Joh. Lahofer aus Klein Taßwitz fertigte Einrichtung der Stiftsbibliothek v. Klosterbruck. (Nach Säkularisation nach Stahow) - 2 Ziegeleien, Zündkapselfabrik, Gurkeneinmacherei, Weinhandel, Sehenswürdigkeit: Siebenschmerzensäule an der Hauptstraße. Ort jetzt in sehr schlechtem Zustand.

Baumöhl (Podmoli) 418 m MH, 1939 zu Luggau, 1930: 355 Einwohner, davon 122 Deutsche, 1370 ha, 73 Häuser. Baumöhl war 1910 noch fast rein deutsch. Später gezielte Ansiedlung von tschech. Waldarbeitern, um den Ort zu tschechisieren. - Kapelle z. Schmerzh. Muttergottes, stets zur Pfarrein Luggau gehörend; einkl. Volksschule. Von der Franz-Josefshöhe an der Thaya schöne Aussicht nach Österreich (bis Schloss "Karlslust") Südlich von Baumöhl bis zur österr. Grenze Sperrgebiet, für Spaziergänger nicht geeignet! - Mittagstisch in Restauration Molik möglich, Übernacht.: Znaim.

Von Baumöhl weiter Nord-West 2 km nach Luggau. (siehe Luggau)

Luggau (Lukov) 416 m MH, 12 km westl. von Znaim. Mit Baumöhl 1939 705 Einwohner, 1402 ha (ohne B.), 115 Hausnummern Angerdorf mit Bauern, Handwerkern und Landarbeitern. Im 12. Jh. erstmals erwähnt, Gründung vermutlich durch Klosterbruck. Pfarrkirche z. Hl. Ägidiau (1740). Pranger mit Jahreszahl 1609 zeugt von ehem. Marktrecht. Gemeindesiegel mit "Miesteczko Lukow" beweist Zwang zur tschech. Sprache im Schriftverkehr in der Nachhussitischen Zeit. - Ortsteil Neudorf, 1798 aus einem Meierhof entstanden, ist z.T. arg verfallen. Sehenswürdigkeit: Burgruinen Neuhäusl, Rabenfelsen. Die Gemeinde liegt teilweise im Grenzsperrgebiet. Erscheint stark vernachlässigt. Gaststätten: Im Kulturhaus, Übernacht: Frain.

Straße in Richtung Nord 3,5 km nach Milleschitz. (siehe Milleschitz)

Ober Fröschau (Horni Břečkov) 404 m MH, 1939 Großgemeinde gleichen Namens, Vereinigung mit Milleschitz, Liliendorf, Edenthurn und Zaisa. 1930 hat OF 384 Einwohner, 84 Häuser, 644 ha, nach Zusammenschluss 1348 Einwohner. 1323 "Vreschow" erstm. erwähnt, Pfarrkirche z. Hl. Klemens 1499, 1748 umgebaut und restauriert. Einklassige Volksschule. Zentrale Molkereigenossenschaft.

Nach Südwesten Abstecher nach dem 3 km entfernten Zaisa. (siehe Zaisa)

Zaisa (Čížov) 423 m MH, 1939 zu Oberfröschau. Vor Eingemeindung 186 Einwohner, 1469 ha, 53 Häuser. 1323 erstmals erwähntes Straßendorf, in den Hussitenkriegen zerstört, von Neusiedlern wieder aufgebaut. Im 17. Jh. Pest und Cholera. Kirche, Spital (Isolierhaus); Volksschule mit Lehrerwohnung 1894 erbaut (dort zuletzt Gemeindekanzlei). - Bäuerliche Bevölkerung. Ort z. Großteil verfallen, nur einige Häuser bewohnt. Gaststätte am Ort, Übernachtung in Frain. - Sehenswürdigkeit: Mühlberg (507 m), die Eisleiten, Luitgartwarte, Herterteich, Klapperbach, Roßbachtal.

Zurück nach Oberfröschau und 2 km weiter nach Edenthurn. (siehe Edenthurn)

Edenthurn (Vracovice) 428 m MH, 1939 zu Oberfröschau. Vor Zusammenlegung 238 Einwohner, 52 Häuser, 726 ha. Typisches Waldhufendorf, 12 km westl. von Znaim; überwiegend bäuerliche Bevölkerung (Hofgröße 10 - 40 ha; Häusler 3 - 6 ha). Einige Handwerke. Edenthurm heißt 1323 Breczoicz, 1499 Wrasowitz. 1516 verödet (Hussitenkriege). Wiederaufbau d. bayrische Siedler: Ödenturm. Seit 1875 "Edenthurm". Kapelle z. Erzengel Michael. Sehenswürdigkeit: Schimberger Teich, ein weiterer Teich östlich der Ortschaft, Ruine Schenkenberg, 3 km nördlich Marterl mit Schwedengrab darunter (am Ortsausgang in Richtung Milleschitz).

Auf der Bezirksstraße Znaim - Frain 3 km weiter nach Liliendorf. (siehe Liliendorf)

Liliendorf (Lesná) 460 m MH, 1939 zu Oberfröschau . Vor Zusammenlegung 308 Einwohner, 87 Häuser, 146 ha. Ort liegt 6 km östlich von Frain, 15 km westlich von Znaim. Neugründung im 18 Jh., nämlich 1794 von Hisef Hilgartner, Ritter von Lilienborn, 1805 v. d. Franzosen "arg mitgenommen", desgl. 1809. 1866 Einquartierung von 1160 Preußen. Typisches Waldhufendorf mit bäuerlicher Bevölkerung; eine Windmühle, Sägewerk mit Dampfbetrieb. 1888 Deutscher Leseverein; Verschönerungsverein. Kapelle z. Hl. Theresia.

Windschau (Onsov) ca. 450 m MH, 29 Häuser, 234 Einwohner, 605 ha. Urkundlich 1323 "Vneschow"; Dreiecksangerdorf 1,7 km nordöstlich von Frain, dorthin eingepfarrt und eingeschult. Kapelle zur Hl. Mutter Anna (1754). - 1516 verödet, um 1550 wieder besiedelt. 1323 beim Burggut Frain, später zur Herrschaft Frain gehörig. Sehenswürdigkeit: Clary Kreuz 800m westlich des Dorfes auf einem dteilen Fels über der Stadtmauer (Frain), schöner Ausblick.

Frain a.d. Thaya (Vranov nad Dyji) Marktflecken 20 km westlich von Znaim, 1233 Einwohner, 285 Häuser, 1368 ha. Bis 1939 eigener Gerichtsbezirk, dann mit Znaim vereinigt. Der Ort isdt von der Thaya hufeisenförmig umflossen und an 3 Seiten von bewaldeten Anhöhen umgeben. Als idyllische Sommerfrische dtets gefragt. Nur wenige Bauern betrieben kleine bis mittlere Höfe. Industrie: die on Josef Hilgartner, Ritter von Lilienborn 1799 gegründete Steingut- und Wedgewood-Fabrik. Neben dem Bezirksgericht hatte Frain eine Finanzwachtabteilung und neben den üblichen kommunalen Einrichtungen ein Waisenhaus. Die Volksschule geht auf 1631 zurück, Bürgerschule bestand seit 1906, gewerbliche Fortbildungsschule 1909.

Hervorragende Lage des Frainer Schlosses an der Stelle einer alten Burg (vorhandene Überreste: Uhu- Ritterturm) auf einem Felsvorsprung über der Thaya. Bauherren des hufeisenförmig angelegten Schlosses (1666) waren Grafen von Althan (häufig auch v. Althann). 1711-1720 folgte das Prachtstück, der elliptische Ahnensaal, dessen Innenraum kinstgeschichtlich zu den besten Schöpfungen von Fischer v. Erlach d.Ĩ. gehört (Marmorestrich, 10 prächtige Steinfiguren v.T. Kraker, Deckenfresco von I.Ceinitz). 1727 laßt die Frau des grafen Michael Joh. v. Althan, "die Pignatelli" (span. Grafengeschlecht) genannt, durch Fischer v. Erlach die Schlosskapelle erbauen, einen barocken Kuppelbau mit Deckenfresco "Der Engelsturz" von Rottmayr. Die Althans sind auch die Erbauer der Frainer Pfarrkirche zur Himmelfahrt Gottesmutter (1685). "Die Pigatelli" ist auch Stifterin der Luggauer Kirche, des Pfarrhauses in Schaffa und des neuen Daches für den Ahnensaal. Sie und ihr Gemahl sind in der Familiengruft der Schlosskirche begraben.

Im Ortsteil Unterhammer (Name von 2 einst vorhandenen Eisenhämmern) steht die Helenenkapelle (1816), an der Thaya die St.-Thekkla-Kapelle.- Erwähnenswert: Frain war eine Zeitlang (bis 1623) evangelisch. Außerhalb von Frain lag das Gut "Wieshof"; auf der Schlosshöhe die Parkanlage "Rosenhain", Rosenfeste wurde gefeiert. Sehenswürdigkeiten: Neben Schloß und Schlosskirche die "Pestsäule" (1716) auf d. Marktplatz, der Felizenbrunnen, der Tempel "Maria Schutz" am Rosenhüge, das Clary-Kreuz, ein Obelisk i. den "Eisleiten", die Schimberger Muttergottes-Statue, das Breitauer Lusthaus, der Böllerplatz, die Gräfinwiese, das Granatenhäusel, eine romanische Beinkammer (Karner) v.d. Friedhofsmauer.

Wer nach Frain kommt, wird es nicht versäumen, an die Talsperre und über die Staumauer zu gehen. Sie wurde 1930-1936 nach den Plänen des Frainer Ingeneurds Ferd. Schmidt erbaut. Stausee über 32 km Rückstau, 110 Mill. Kubikmeter Fassung. Erste Pläne von 1907.

Übernacht. Hotel Thaya und Hotel am Stausee; Ga: Schloßhotes.

Von Frain in Richtung West 5 km nach Landschau. (siehe Landschau)

Landschau (Lančov) 427 m MH, Straßendorf mit rein bäuerlicher Bevölkerung. 761 Einwohner, 1443 ha, 96 Häuser (1974: 297 Einwohner) 1323 erstmals urkundlich genannt. Von den Hussiten übel mitgenommen. Kirche St. Magdalena 1645 abgebrannt, 1667 neu errichtet, mit Holzturm, der 1750 ein massives Gemäuer bakam. Schule seit 1868. L. war früher Raststation am Wanderweg nach Vöttau und Zornstein, Jetzt Zufahrtsweg z Stausee und Wochenendgasthaus-Gebiet. - Gutshof "Luitgardenhof"; an Straßen und Wegen mehrere Kapllen und Marterln. Sehenswürdigkeiten: das Gemälde im Altarraum. - Zustand von L. heute: 80 % der alten Häuser verfallen, wenige Neu- und Umbauten; Schullandheim a. Ortsrand.

Von Lanschau, Wanderweg zur

Ruine Zornstein. Einst bedeuttende Anlage von 138 m Länge, seit 1342 für die Herren von Lichtenburg eine Flusssperre. Als Hyne von L. sich gegen Georg v. Podebrad erhebt, wird die Burg zerstört. Neu augebaut kam sie wieder an die Herren v. Vöttau. Dreifaltigkeitskapelle (1347) seit 1939 vom Stausee überdeckt, die frühgotische "madonna mit dm Vögelchen" (Gnadenbild) jetzt in der Burgkapelle Vöttau.

1,5 km südwestlich von Landau, weiter nach Alt Petrein. (siehe Alt Petrein)

Alt Petrein (Starý Petřín) 435 m MH, 1939 "Petrein". Vor Zusammenlegung der Orte Alt- und Neu Petrain und Jasowitz zur Großgemeinde hatte der Ort 271 Einwohner, 63 Häusr und 784 ha. - Straßendorf, bäuerl. bevölkerung. Urkundlich erstmals 1223. 1323 gehören beide Petrein zur Herrschaft Frain, nach 1515 mehrfacher Wechsel der Grundherrschaft. - Pfarrkirche u Enthauptung des HL. Johannes des Täufers mit Kapelle, 1806 mit neuem Pfarrhaus umgbaut. Schule ab 1674, 1816 Neubau, 1893 Umbau. Grösinghof und Grösingmühle bei Stallek sind Reste einer Ödung Grösing.

5 km westlich von Alt Petrein erreichen wir den Ort Freistein. (siehe Freistein)

Freistein (Frejštejn, nach 1945 Podhradi nad Dyji) kleiner Marktflecken am Ende des Frainer Stausees a.d. Mündung des Gösingbaches. 352 Einwohner, 613 ha, 99 Häuser. - Land- und Forstwirtschaft; Fabrikation von Pfeifenrohren und Zigarettespitzen, - Burgruine eindrucksvoll über dem Dorf. Ursprünge der Burg im 13. Jh., bekanntes Raubritternest des Joh. v. Kraig; 1493 ist die Burg verödet und verfällt. - Im Ort Kapelle zu den Hl. Aposteln Petrus und Paulus; zweiklassige Volksschule.

Über den Mirowitzer Hof (2,5 km südwestlich von Frain) nach Stallek. (siehe Stallek)

Stallek (Stálky) ca. 440 m MH, 15 km südwestlich von Frain, 1 km dicht an der Staatsgrenze. Bauerndorf mut 463 Einwohnern, 1167 ha, 104 Häuser. Urkundlich seit 1312, Pfarrkirche zu Maria Himmelfahrt seit 1391; mehrfach restauriert und umgebaut, zuletzt 1903. Zugehörig auch sie Kapelle in Freistein. Zweiklassige volksschule. Grösinghof 2 km entfernt. Ort gehörte zur Herrschaft Ungarschitz, Fürsten v. Collalto. Sehenswürdigkeit: Altarbild Hl. Barbara v. Josef Doré.

4 km östlich liegt der Ort Schaffa. (siehe Schaffa)

Schaffa (Šafov) 443 m MH, 9 km südwestlich von Frain (132: Schepfow, 1540: Stadt Schaffaw). Bauerndorf. Volkszählung 1930: 65 Juden, 441 Deutsche, 234 Tschechen u. 59 Ausländer (vermutlich vorw. Österreicher. - 1974: 254 Einwohner); 996 ha, 214 Häuser. Erstmals urkundlich 1323; "Sigillum oppidi Schaffaw" von 1545 vorhanden. Nach Gütertausch von König Johann mit Heinr. v. Lipa in Frain gehörte Schaffa stets zur Herrschaft Frain. Vorübergehend bis 1631 lutherisch. Nach Ansiedlung von 40 jüd. Familien außerhalb des Ortes (ca 1750) wurde Synagoge gebaut und nach Brand 1822 neu errichtet. Schaffa bestand bis 1919 and Judengemeinde (1848: 650 Einwohner) und Christengemeinde. Die Kirche zum Hl. Bartholomäus wurde 1735 a.d. Stelle einer Kapelle (1499) gebaut. Maria Anna Gräfin v. Althann ("die Pignatelli") lößt ein Pfarrhaus bauen und fundiert selbst Pfarre. (Siehe Frain!). - Schule 1904 erbaut; Sehenswürdigkeit: Grösingteich und Brückelteich.

2 km nordöstlich von Schaffa, liegt der Ort Neu Petrein. (siehe Neu Petrein)

Pomitsch (Podmyče) *1939 "Landschau"; Angerdorf mit linsenförmigen Anger, hatte vor der Eingemeindung 323 Einwohner, 71 Häuser, 434 ha (1974: 165 Einwohner). Etwa 20 Bauernhöfe, einige Handwerker, Sägewerk u.a. Holzgewerbe. Ort ist 1323 erstmal urkundlich erwähnt, "Pomocz". Kapelle z.Hl. Margaretha. Wahrzeichen des Ortes: Föhrenbaum mit Gnadenbild der Muttergottes. S.; Lusthaus mit guter Aussicht. Jetziger Zustand: Etwa die Hälfte des baulichen Bestandes von 1939 ist verschwunden. Ga/Üb. in Pomitsch möglich.

Zurück über Frain nach Liliendorf, von hier aus auf Route 4b 2 km nordwärts nach Schönwald.

(siehe Schönwald)

Schönwald (Šumná, vor 1949 "Šumwald") 437 m MH (Bhf.); Bauerndorf in verkehrsmäßig günstiger Lage a.d. Nordwestbahn, 537 Einwohner, 114 Häuser, 1149 ha. Ortsgründung 1798 durch Jos. Hilgartner, Ritter v. Liliendorf, der gleichzeitig auch "Fasanenhof" errichten ließ.- Turmkapelle im Ort, eingepfarrt nach Schiltern, zu den Sch. bis 1923 gehörte. 1939 wurde eine zentrale Hauptschule f. 9 Orte errichtet. Einw.-Zahl stieg bis 1974 auf 460, sicher wegen der günstigen Lage.

Frainersdorf (Vranovská Ves) 434 m MH, Straßendorf a.d. E 84 Znaim - Iglau, mit Ortsteil Fischhäusel 440 Einw., 125 Häuser, 430 ha. Ortsgründung 1786 m. Namen "Frainer Wirtshaus", später "Guldenkron", zul. F. - Kappel z. Hl. Stanislaus von Fr. entfernt, 1270 als Hostradicz erwähnt. In beiden hart a.d. Sprachgrnze liegenden Ortsteilen bedeutende Tonwarenfabriken (Wranitzky, Schiller). - S.: Schimberger Teich, Mannteich, Kuhberg.

Von Frainersdorf zurück Richtung Schönwald, nach 2,5 kmabzweigen i.R. West nach Schiltern.

(siehe Schiltern)

Schiltern (Štitary) 404 m MH, 1059 Einwohner, 2566 ha, 238 Häuser. -Waldhufenort mit großen Bauernhöfen, größte Gemarkung i, Bez. Frain. Raiffeisenkasse (1900), 2 Ziegeleien, ca. 20 Handwerksbetriebe.; landwirtschaftliche Landesfachschule (1899). Erste urkundliche Nennung als "Schyltorn" 1329. Karl IV erhob Sch. 1346 z. Marktgemeinde; im 14. u.15. Jh. litt es arg unter Raubrittern von Vöttau. Zum Ort gehört der Meierhof "Helenenhof" (Graf Mniszek). Nacg Aussterben der Lichtenburger kam Sch. zu Frain, 1528 übernahm es Kreishauptmann von Lomnitz, dem es zur Fronarbeit verpflichtet war; 1645 von den Schweden übel mitgenommen; 1706 brannte fast alle gr. Bauernhöfe ab; 1835 fielen 170 Höfe u.d. Schulhaus einem Großfeuer zum Opfer. Schulhausneubau 1839/40. Pfarrkirche z. Hl. Georg (1706), Orgel vom Znaimer Orgelbauer Latzel; freistehender Turm (Kampanile) um 1750. - S.: Altarbild Hl. Joh. v. Nepomuk von Jos. Winterhalter; Wappengrabstein (1803).- Heute bietet Sch. einen katastrophalen Anblick: Alle Bauernhöfe sind verfallen, ein paar Häusler bewohnen Kleinbauernstellen, die Kirche ist geschlossen. - Ga.: Im ehem. Gasthaus Smetana, Üb.: In Frain.

5 km in Richtung WNW nach Schöffelsdorf. (sihe Schöffelsdorf)

Schöffelsdorf (seit 1949: Zálesi, vorher: Šreflova) 435 m MH, *1939 "Waldsee". Vor der Zusammenlegung mit Chwallatitz hatte Schröffelsdorf 295 Einwohner, 55 Häuser, 730 ha. Ortsgründung 1786 v. Frhr. Ignaz Schröffl (Mannsberg).- Nach 1918 zogen in zunehmendem Maße tschech. Neusiedler zu, was teilweise zu einer Abwanderung von Deutschen aus dem Sprachgrenzgebiet führte (staatl. gelenkte Verdrängungs- taktik!). Deutsche einkl. Volksschule, gegründet 1889 vom Schulverein, wurde 1919 im tschech. Vsch. umgewandelt.

3 km in gleicher Richtung weiter, dann 2,5 km südwärts kommt der Ort Chwallatitz.

(siehe Chwallatitz)

Chwallatitz (Chvalatice) *1939 mit Schröffelsdorf zu "Waldsee" zusammengelegt. Vorher hatte der Ort 382 Einwohner, 1202 ha; 99 Häuser. - Name Waldsee nach dem nahen Frainer Stausee. Erstnennung 1497 als "Chwaletice". - Pfarrkirche zur Auffindung des Hl. Kreuzes (1750 erbaut), Pfarre seit 1892, Einklassige Volksschule. Augustenhof und Neuhof 5 km entfernt.

Panditz (Bantice) 218 m MH, 12 km ONO von Znaim, Straßendorf, 385 Einwohner, 551 ha, 97 Häuser. Bevölkerung fast ausschließlich in der Landwirtschaft tätig. Keine eigene Kirche, eingepfarrt nach Proßmeritz. Kapelle zu Maria Himmelfahrt. Zweiklassige Volksschule.

Von Panditz 1,5 km in Richtung Nordost dann 1,5 km südwärts nach Pratsch.

(siehe Pratsch)

Pratsch (Práce) Straßendorf 12 km östlich von Znaim, 482 Einwohner , 72 ha, 124 Häuser; Bevölkerung fast ausschließlich Bauern mit zugeh. Hanswerkern. Erstmalige urkundliche Nennung des Orts 1190; Hockergrab-Fund deutet auf sehr frühe Besiedlung (4000 Jahre). - Kirche in Ortsmitte 1904 erbaut, das "Wiener Marterl" 1945 entfernt, "Schwedenmarter" von 1645 steht am Ortsausgang nach Proßemeritz . - Ein Förderer der Gemeinde war Graf Huyn, später Erzbischof von Prag.

Gaststätte und Übnachtung: Im Kulturhaus a.d. Straße Znaim - Brünn.

Straße in südöstl. Richtung weiter, an der Staatsstraße Znaim - Brünn, nach Lechwitz.

(siehe Lechwitz)

Lechwitz (Lechovice) Straßendorf mit Schlossberg als Streusiedlung. 535 Einwohner, 755 ha, 143 Häuser. Bewohner vorwiegend Bauern. Wallfahrtskirche zur Maria Heimsuchung: eine alte Muttergottesstatue, von einem Borotitzer Bauern unter einer Eiche aufgestellt, wurde schon von den Prämonstatensern verehrt. 1695 wurde eine Kapelle darüber gebaut. 1718/22 ließ der Apt von Klosterbruck eine prächtige, zweitürmige Barockkirche bauen. Fresken von Maulbertsch, Fieseé und Winterhalter.

Die Kirchtürme von Leuchwitz sind weithin sichtbar, z.B. von den Polauer Bergen oder vom Heimatdenkmal Unter Retzbach . - Schloß Leuchwitz wurde vom Stift Bruck im Jahre 1740 erbaut und später von Max Frh. Von Kübek (1835-ü913) umgebaut. Sehenswürdigkeiten: Wallfahrtskirche, Schloß mit Gruftanlage (der Herrschaft). Gaststätte: Postkeller.

3 km südöstlich von Lechwitz kommt der Doppelort Borotitz-Philippsdorf.

(siehe Borotitz-Philippsdorf)

Borotitz-Philippsdorf (Borotice-Filipovice) 15 km östlich von Znaim, 762 Einwohner, 1202 ha, 169 Häuser (1974: 399 Einwohner). Straßendorf mit Dorfanger und Gutshof des Freiherren von Kübek. Dreiklassige Volksschule, keine eigen Kirche, eingepfarrt nach Lechwitz; Kapelle zwischen Borotitz und Philippsdorf. - Im Dorf ein altes Gemäuer "Burg" genannt, hintergründe ungeklärt. Melchior Pfeiffer und Borotitz hat durch Aufstellung einer Marienstatue den Urgrund zur späteren Wallfahrtskirche im Lechwitz gesetzt.

Sehenswürdigkeiten: großes Wegkreuz (1826) am Kirchweg nach Lechwitz (Jaispitzbach).

Zurück nach Lechwitz , von hier 4 km nordwärts nach Teßwitz a. d. Wiese.

(siehe Teßwitz a. d. Wiese)

Teßwitz a. d. Wiese. (Stošikovice na Louce) Länglicher Dreiecksanger, urkundlich 1364 genannt, 414 Einwohner, 634 ha, 110 Häuser. Reines Bauerndorf neben üblichen Landwirtschaftlichen Produkten Zuckerrüben; einschläg. Handwerker. - Keine Kirche, nach Groß Olkowitz eingepfarrt; Glockenturm. Volksschule zweiklassig mit Lehrerhaus. - Dreifaltigkeitssäule; Kriegerdenkmal, ist jetzt Sowjetehrenmal. Gute Aussicht nach Kellerberg.

2,5 km nordöstlich von Teßwitz kommt das Doppeldorf Groß Olkowitz-Mausdorf.

(sihe Groß Olkowitz-Mausdorf)

Groß Olkowitz-Mausdorf (Oleksovice-Mšice) 209 m MH. 1297 Einwohner, 2058 ha, 314 Häuser (1974: 798 Einwohner). 3 km langes Straßendorf mit Großbauern, Häuslern und zugehörigen Handwerkern. 1220 wird Pfarrkirche zu Maria Himmelfahrt erwähnt; Kirchenschiff 1576. Patronat von Klosterbruck währte 1202-1784. Erhebung zum Städtchen durch König Johann 1336. Eigenen Gerichtsbarkeit, Wochenmarkt, zwei Jahrmärkte. Rathaus mit "Prangerstein" (Schwert mit eiserner Hand). Beinhäusel an der Kirche mit Jahreszahl 900!.Vierklassige Volksschule. - Zustand heute: Kirche wurde instandgesetzt, Friedhof verwahrlost, ca. 100 Häuser, abgebrochen, 25 neugebaut. In Ortsmitte ein "Kulturzentrum" mit Läden. An der Mißlitzer Straße wurde ein 1,5 km langer bis 500 m breiter See angelegt; er dient als Naherholungsgebniet. Wertvolles Ackerland wurde überschwemmt. 2 Kolchosen.

Von Mausdorf zurück auf die Brunner Straße; nach Nordost, vorbei an Kaschnitzfeld erreicht man nach ca. 8 km die Linksabzweigung nach Mißlitz.

(siehe Mißlitz)

Socherl (Suchohrdly u Miroslavi) 209 m mH, Bauerndorf und Gutshof, 649 Einwohner, 779 ha, 156 Häuser. Alteste Urkunde Besagt, dass Socherl 1569 von Georg von Mirow an Wenzel von Hoditz kommt. 1893 wird Karl Stummer als Besitzer genannt, 1912 verpachtet Baronin Amalie von Hardt-Stummer das Gut Socherl an die Länderbank Brünn. Bei der Bodenreform 1924 wurde eine Staatsdomäne daraus gemacht.

Von Socherl 6 km nach Nordwest zum Teilort von Mißlitz (s. dort!)

Deutsch Könitz (Mirosl. Kninice) Der Ort hat vor seiner Eingemeindung nach Mißlitz (1924) 734 Einwohner, überwiegend Tschechen; 1930: 119 Häuser. Nach 1945 wurde Deutsch Könitz wieder ein selbständiger Ort.

Aschmeritz (Našiměřice) 227 m MH, Bauerndorf, 432 Einwohner, 605 ha, 118 Häuser (1974: 296 Einwohner). 1240 erstmals urkundlich erwähnt, Burg soll vorhanden gewesen sein. Nach den Hussitenkriegen siedelten hier einige "Böhmisch Brüder", zeitweise auch Wiedertäufer. In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges völlige Zerstörung, Kirhturm blieb stehen. Kirche zum Hl. Ägidius, nach Zerstörung durch Blitzschlag 1892 renoviert. Schule bereits ab 1793, Schulgebäude seit 1830.

Mit der Geschichte des Ortes ist der Meierhof verbunden. 1620 bis 1910 ist Aschmeritz im Besitz der Firsten von Lichtenstein, dann erwarb Graf Kinsky den Besitz.

Aus der Sackstraße von Aschmeritz zurück , 4 km nordwärts bis Abzweigung kommt Wolframitz.

(siehe Wolframitz)

Wolframitz (Olbramovice) 221 m MH, 45 km nordöstlich von Znaim. Dorf bäuerlicher Prägung. 518 Einwohner, 742 ha, 132 Häuser. Heinrich von Lipa auf Kromau kauft 1321 das Gut Wolframitz vom Vyschehrader Kapitel und Schenkt das Patronat den Altbrüdern Zisterzienserinnen. Gerichtsbarkeit und Marktrecht 1436 von Herzog Albrecht von Österreich, 1569 erhält Wolframitz das Weinschenkrecht und das Waisenrecht durch Georg von Hodicz. Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren aus dem 11. Jh. , Patronat bei Probstei von Vyschehrad bis 1321. Filialkirche in Gubschitz. Schönes Rathaus mit Wohnturm (f.d. Brucker Abt eingerichtet). Gemarkung teilweise bewaldet, landschaftlich reizvoll. Vom Gipfel des Mistkogel (387 m, 1363 in Urkunden) gute Weitsicht. Er wurde nach 1945 zum Bau von Stauwerken vollständig abgetragen.

1 km östlich von Wolframitz der kleine Ort Lidmeritz.

(siehe Lidmeritz)

Lidmeritz (Lidméřice) 149 Einwohner, 435 ha, 39 Häuser, Urkunde von 1358: Adam v. Liechtenstein verschreibt seinen Hof seiner Frau. 1378 verkauft Heinr. V. Haugwic an Thoman von Wistuben. Danach weiterhin häufiger Wechsel. 1537 kommt L. zu Bukowitz, 1576 zu Aschmeritz und 1687 zum Nonnenkloster Maria Saal in Brünn. Sehenswürdigkeit; Kapelle im Ort, einige Feldkreuze.

0,5 km südlich von Lidmeritz der wenig größere Ort Babitz.

(siehe Babitz)

Babitz (Babice) 212 Einwohner, 246 ha, 62 Häuser. Urkundlich seit 1330; damals verkauft Agnes von Maiburg (Gattin d. Simon v. Duba) den Ort dem Znaimer Klarissinnenstift. Danach wechselt die Zugehörigkeit mindestens 6- bis 7-mal, ehe Babitz 1669 zum Kloster Bruck kommt. - Abseits von der Hauptstraße gelegen, konnte sich in Babitz eine sehenswerte Dorfidylle mit Weilercharakter erhalten. In letzter Zeit durch Umbauten gestört. Ein kleiner Teich in Ortsmitte wird durch die "Satka", das Wasser eines artesischen Brunnens, gespeist.

600 m in Richtung Wolframitz der dritte Kleinort: Klein Selowitz.

(siehe Klein Selowitz)

Klein Selowitz (Želovice) 215 Einwohner, 349 ha, 55 Häuser. 1349 wird eine Hofanlage erwähnt; sie ist Bestandteil des Gutes Wolframitz und kommt so zum Vyschehrader Kapitel; 1321 an Heinrich I. von Lipa. Mehrmals weiterverkauft, schenkt schließlich Kaiser Ferdinand 1627 den Ort den Znaimer Jesuitenkolleg. "Wiedertäufer" betrieben 1597 die "Brudermühle", die noch bis 1945 in Benutzung war. - Kirchlich gehörte Klein Selowitz zu Wolframitz; das "Glöckl" in Ortsmitte, Zwischen Klein Selowitz und Wolframitz der "Klavierberg", ein steiler Hügel in sumpfiger Niederung (Reste von Burgställer vermutet). - Nach 1945 kaum Veränderungen.

Über Wolframitz zur Hauptstraße , 2 km Nordostwerts, dann 1,5 km nach Gubschitz.

(siehe Gubschitz)

Gubschitz (Kubšice) 10 km südöstlich von Mähr. Kromau. 329 Einwohner, 354 ha, 89 Häuser. Zum rein bäuerlichen Dorf führt eine Straße, die dort endet! Ort gehört 1326 den Georg von Mirow, ab 1569 Wenzel von Hoditz. Kleine Kirche in Ortsmitte, erbaut 1907; die gehört zum Kirchensprengel Wolframitz. 1926 wurden ein Kloster und eine Volksschule gebaut. - Außerhalb des Ortes ein Weiher. Nach dem Krieg kaum Veränderungen.

Von Gubschitz in Richtung Nordwest bis Wedrowitz, links ab zur Hauptstraße, 12 km nach Mährisch Kromau.

(siehe Mährisch Kromau)

Kodau (Kadov) 232 m MH, Bauerndorf, 375 Einwohner, 625 ha, 98 Häuser. Pfarre urkundlich von 1230 - 1400 unter dem Partonat des Nonnenklosters Dubravnik. 1754 Pfarrkirche z. Hl. Philipus und Jakobus neu errichtet; Erweiterung 1822 (St. Margaretenkapelle). Bis 1569 dem Georg v. Mirow angehörend, danach dem Wenzel von Hoditz. Um 1668 war alljährlich ein Faß Wein an die Herrschaft Hosterlitz abzuliefern. Bei Kodau einmal Grabung nach Brauneisenerz.

Von Kodau 2 km zurück bis Straßengabel, dann 4,5 km südwestlich kommt man nach Nispitz.

(siehe Nispitz)

Nispitz (Mišovice) 223 m MH, Bauerndorf, 496 Einwohner, 915 ha, 126 Häuser. Ort kommt 1329 durch Tauschvertrag mit dem böhm. König an heinrich von Lipa, in der Folge dessen an dessen Sohn und 1379 an Heinrich III. v. Lipa auf tempelstein. Die Kirche zur Himmelfahrt mariens (1781) in Ortsmitte gehörte zu Hosterlitz. Bei Anfahrt von Norden her kommt man erst an Presshäuser und Sandkeller. An der Straße von Kodau her Kalksteinbrüche mit Brennereien. In den "Langen Feldern" prähistorische Funde.

2 km südlich von Nispitz liegt der Ort Hosterlitz.

(siehe Hosterlitz)

Hosterlitz (Hostěradice) 214 m MH, Marktgemeinde 20 km nordöstlich von Znaim. 1203 Einwohner, 1499 ha, 345 Häuser. Erste urkundliche Nennund 1222, als Kommende ser Templer. Im 14. Jh. kam Hosterlitz an die Herren von Lipa. Eine Kirche bestand schon 1237, daneben ein alter Karner. Zur Pfarrkirche z. Hl. Kinigunde (1421) gehörte Chlupitz und Nispitz. - Neben der Landwirtschaft und dem zugehörigen Handwerk gab es einen Molkereibetrieb, eine Schotterbetrieb und eine Mühle ("Teichmühle"). Bombardierung im Zweiten Weltkrieg, schwere Zerstörung; durch teilweisen Aufbau erhebliche Veränderungen. -Sehenswürdigkeit: Rathaus (1514), barocke Statuengruppe an Unteren Markt, Johannesstatue am Oberen Markt, Pestsäule auf dem Marktplatz (1728), Kapelle auf dem Kapellenberg weithin sichtbar. Gaststätte: Am Marktplatz möglich.

1 km westlich von Hosterlitz der kleine Ort Chlupitz.

(siehe Chlupitz)

Chlupitz (Chlupice) bäuerliches Dorf, 240 Einwohner, 385 ha, 53 Häuser. Urkundlich ein Freihof von Chlupitz nach 1600. Sein Besitzer ist von Fronarbeit befreit, hat aber allj. an Martini eine gemästete Gans zur Herrschaft (M. Kromau) zu bringen. Dies geschah auf einem mit 4 Pferden bespannten Leiterwagen. Alte Ahornallee nach Hosterlitz, freistehender Glockenturm in Ortsmitte. Statue des Hl. Josef a. d. Znaimer Straße. Straßenführung nch 1945 verändert.

Zurück nach Hosterlitz, von hier 7 km SW nach Wainitz.(siehe Wainitz)

Wainitz (Vitonice) 16 km von Znaim; 1939 zu proßmeritz. Vor der eingemeindung: 422 Einwohner, 577 ha, 86 Häuser. Bauerndorf mit Kapelle zum Hl. Kreuz, eier einklassigen Volksschule, einer Dampfmühle. Ort heute in verwahrlostem Zustand.

Von Wainitz ein 4 km weiter Abstecher in Richtung NW nach Selletitz. (siehe Selletitz)

Selletitz (Želetice) hart an der ehem. Sprachgrenze. 601 Einwohner, 637 ha, 146 Häuser (1974: 420 Einwohner). Kirche z. Hl. Apostel Jakobus d. Ä. gehörte zu Proßmeritz. Vierklassige Volksschule, Bürgerschule; ein Meierhof, ehem. Zuckerfabrik als zentr. Lagerhaus. S.: Schloß mit schönem Schlosspark, darin 2 schöne Skulpturen v. Lorenzo Mattielli u. ein Laudon-Denkmal.

Zurück nach Wainitz, von hier 2 km südwärts nach Proßmeritz. (siehe Proßmeritz)

Proßmeritz (Prosiměřice) 207 m MH, 1939: Großgemeinde Proßmeritz. Vor den Eingemeindungen: 498 Einwohner, 326 ha, 135 Häuser. 1939 kamen zu Proßmeritz: Gaiwitz, Wainitz, Bonitz. - Die Pfarrkirche zum Hl. Ägidius stand 1226 - 1784 unter dem Patronat Klosterbruck. Gotisches Presbyterium und ebensolches Sakramenthäuschen. Zur Pfarre gehörten neben den eingemeindeten Orten (Panditz und Selletitz). Am Fest des Kirchpatrons (1.) wurde "Kirtag" gefeiert. Die "Irten" (Jungmänner) nahmen mit einer eigenen Musikkapelle teil. S.: Buchta-Kreuz, Worbis-Kreuz.

Der kleine Ort Bonitz. (siehe Bonitz)

Bonitz (Bohunice) ist mit Promeritz zusammengebaut und war dahin ab 1939 eingemeindet. Zuvor hatte Bonitz 261 Einwohner, 351 ha, 66 Häuser und eine Mühle. Der Ort ist 1965 verödet.

2 km nordwestlich von Proßmeritz/Bonitz kommt das Dorf Gaiwitz. (siehe Gaiwitz)

Gaiwitz (Kyjovice) dicht an de Sprachgrenze; 1939: Proßmeritz. Der ort hatte 1930 307 Einwohner, davon 35 % Tschechen, 351 ha, 81 Häuser. Kapelle zum Hl. Apostel Bartholomäus 1937 erbaut, eigepfarrt ebenfalls nach Proßmeritz; zweiklassige Volksschule. Einwohnerzahl nach 1945 rückläufig, etwa die Hälfte der Häuser abgebrochen.

Zurück nach Proßmeritz/Bonitz, von hier 3,5 km SW nach Töstitz. (siehe Töstitz)

Töstitz (Těšetice) 236 m MH, 10 km östlich von Znaim. 603 Einwohner, 677 ha, 139 Häuser; Straßendorf mit bäuerlicher Struktur. Pfarrkirche zu Allerheiligsten Dreifaltigkeit wurde 1843 - 47 erbaut. Zweiklassige Volksschule. Fichteich, Haikahof /außerhalb). Ortsbild verhältnismäßig gut erhalten, Kirche renoviert, Kriegerdenkmal abgebrochen.

Von Töstitz 6,5 km in südwestlicher Richtung nach Zuckerhandl. (siehe Zuckerhandl)

Zuckerhandl (Suchohrdly u Znojma) 1939 nach Znaim eingemeindet. Vor der Eingemeindung 870 Einwohner, 1177 ha, 179 Häuser, Zur Gemarkung gehört das "Burgholz". In diesem Waldbereich wurden Urnenfelder, Hügelgräber und der La tene- und Burgwallzeit entdeckt. Demnach war das Gebiet an "Alten Schloß" in der jüngeren Bronzezeit und Eisenzeit besiedelt. - Im Meierhof "Roter Hof" wohnte Napoleon während der Schlacht bei Znaim. Im "Roten Hof" wurde Der Waffenstilstand unterzeichnet. Je eine Napoleonreiche erinnerte an 1809 und 1812. Beide wurden 100 Jahre später durch Blitzschlag zerstört. In der Nähe von Zuckerhandl dollen Tausende Soldatengräber dein. - Kapelle zur Hl. Margarethe wurde 1829 errichtet. Glockenhaus am Dorfbach, ebenso die alte und die neue Schule (1835 bzw. 1911).

Höflein a.d. Thaya (Hevelin) 182 m MH, 2212 Einwohner, 1046 Ha, 521 Häuser. (1974: 1404 Einwohner). Als unmittelbare Nachbarn zu Laa fand nach 1945 ein Großteil der Höfleiner in NÖ. Bleibe und Existenz. - Ort wird 1282 bei der Grafschaft Grusbach urkundlich erwähnt ("huelin" = altd. "kleiner Hof"). Im dreißigjährigen Krieg stark mitgenommen, das benachbarte Anaschau verödet. Elin Rest ist der "Anaschauer Hof". Koppenhof ind Rohrhof gingen unter. - Fischzucht war schon früher ein Erwerbszweig. Thayaregulierung 1830 (Kreuzungsbauwerk Pulka/Joslowitzer Mühlgraben) ergab weniger Teiche. - S: Marienkirche (1743), eine Kapelle (1777), Nepomukstatue auf der Thayabrücke mit dem Wappen der Althans. - einige Arbeiterwohnungen wurden gebaut, viele Bauernhäuser abgebrochen.; Kriegerdenkmal und fast alle Statuen entfernt.

7 km westlich von Höflein liegt der Ort Groß Tajax. (siehe Groß Tajax)

Groß Tajax (Dyjákovice) 202 m MH, Dreiecksangerdorf in Grenznähe (6 km), mit 3151 Einwohnern, 711 Häusern,und mit 3138 ha drittgrößte Gemarkung aller südm. Orte. - Erste urkundliche Nennung 1278: Rudolf von Habsburg schlägt dort nach der Schlacht bei Dürnkrut dein Lager auf. - Pfarre erstmals 1279 erwähnt. - Pfarrkirche z. Hl. Erzengel Michael, 1757 - 61 erbaut, steht in Ortsmitte. Patronat übten die Fürsten von Liechtenstein, später Grafen v. Kinsky aus. Unterort gehörte lange zum Bistum Olmütz. Später gehörte der Ort zur Herrschaft Mr. Kromau, deren Verwaltungssitz im "Schlößl" (mit Gutshof) war. Maria Theresia ließ den Flusslauf der Thaya aus der Ortsmitte heraus 3 km weit verlegen. Altes Flussbett erkennbar durch die Teiche "Angerlache" und "Berzlache". - die großen Bauernhöfe warensogenannte Hagenhöfe mit "Tretten", d.h. Arkaden, entlang der Stallung, der Stadel trennt "Voraus" von &147;Hintaus", vom "Stollhof". Ein Großteil der schönen großen Hakenhöfe wurde abgebrochen; nur kleinere Bauern- und Häuslerstellen wurden 1945 und danach besetzt.

3 km westlich von Gr. Tajax, liegt der Ort Erdberg. (siehe Erdberg)

Erdberg (Hrádek) 193 m MH, 22 km südöstlich von Znaim, großes Bauerndorf mit 2289 Einwohnern, 2051 ha, 583 Häusern. (1974: 1041 Einwohner). - Im Jahre 1052 als "Erpuch" genannt, wird es 1131 als zum Znaimer Kirchengut gehörig erwähnt. In einer Urkunde aus dem 13. Jh. wird Erdberg zu den damals bestehenden 16 Märkten Mährens gezählt. 1370 - 90 wird ein Niklas von Hradek genannt, bis Erdberg ab 1541 entgültig mit der Herrschaft Joslowitz verbunden wird. Die schöne Barockkirche z.d. Hl. Peter und Paul mit Fresken von F.A. Maulbertsch wurde 1767 geweiht. Patronat : Sie Commende des Malteser Ritterordens in Mailberg. - S.: Die unterirdischen Gänge ("Erdställe"), deren Bedeutung und ursprüngliche Anlage bis heute ungeklärt ist; 3 Altarbilder v. Maulbertsch (Kirche), die Pestsäule (1680), die Urlaubsmolta (1785), die Dreieichenkapelle, das "Weiße Kreuz" und Statuen des Hl. Florian und d. Hl. Dreifaltigkeit. - Ort jetzt ind schlechtem Zustand, etwa 50 % der baul. substanz abgebrochen bzw. zerstört.

4 km südwestlich von Erdberg liegt Joslowitz. (siehe Joslowitz)

Joslowitz (Jaroslavice) 208 m MH,Marktgemeinde, Dietz des Bezirkksgerichts bis 1945. 2227 Einwohner, 1616 ha, 571 Häuser (1974: 1341 Einwohner) Ort hart an der Grenze, mit Zollhaus und ehem. Grenzübergang. Steueramt, E-Werk, Gartenbaubetrieb, - Ursprünglich Burgflecken mit einer Holzburg am Schlossberg, Dreiecksangeranlage mit Hakenhöfen. - 1249 erhält der Znaimer Burggraf von Peregg von König Ottokar II. Joslowitz ("als Draufgabe"), 1535 verleiht Kaiser Ferdinand I, das Marktrecht. Herr über Joslowitz war damals der österr. Graf Kuno v. Kunstadt. Das Württenbergische Grafengeschlecht der Althans besaß 200 Jahre lang Joslowitz, Grusbach und Frain. Mehrfach war ein Althan Kreishauptmann von Znaim. Die großangelegten Schlossbauten in Frain (s. dort!) und Joslowitz gehen auf "die Pignatelli" zurück (Gäfin Maria Anna v. Alcudia Marchesa Pignatelli, Frau des Grafen Michael Johann III. von Althan). Das Schloß Joslowitz, an der Stelle der erwähnten Holzburg, mit Renaissancearkaden von Fischer v. Erlach d. J. 1730 -36 umgebaut und erweitert; Schlossbesichtigung zur Zeit nicht möglich, äußerer Zustand ist gut. - Zur Herrschaft Joslowitz gehörten 10 Orte . Lahnverzeichnis von 1697. - Das Patronat über die Pfarrkirche z. Hl. Ägidius (erbaut 1788 - 91) übte stets der Schlossherr aus., zuletzt Graf v. Spee. - Zustand der öffentlichen Gebäude (neuklassizistisches Rathaus - 1889) ist gut, Häuser "Am Damm" sind fast zur Gänze verschwunden, Marktplatz eingesät, keine Märkte mehr. Neue Teiche im ehem. Teichgebiet. S.: Kirche mit Altarbildern von Höfel, Schlosskapelle mit kunstvollen Fresken; Pranger, Mariensäule am Marktplatz, Dreifaltigkeit, "Rotes Kreuz", Hl.-Donatus-Statue. Ga.: Imbiss in d. ehem. Gasthäusern Schmid-Wirt und Kratschmann am Platz.

3,5 km auf der Straße in Richtung Nordwest nach Zulb. (siehe Zulb)

Zulb (Čule, ab 1953: Slup) mit Ortsteil Gnast (ein Gutshof mit etwa 8 Landarbeiterhäusern und 35-40 Einwohner.); ab 1939 mit eingemeindetem Ort Klein Olkowitz. 1930 hatte Zulb 1370 Einwohner, 1886 ha, 335 Häuser. (1974 ohne Gnast - da jetzt bei Urbau - 428 Einwohner, 108 Häuser). - Rechteckangerdorf mit einem Ortsteil "Große Loka". Mühle soll einst ein Kloster gewesen sein, oder die gehörte zu Kloster Saar, das in Zulb Weingärten besaß. - die Pfarrkirche gehörte ursprünglich zu Nonnenkloster Oslawan (1228 - 108). 1845 wurde die renoviert und zu "Maria Namen" konsekriert. - 1541 kam das Dorf zur Herrschaft Joslowitz. S.: Nepomukstatue vor der Schule, Mühle, Sebastianstatue im Unterort (Pest 1860); a.d. Umgebung: "Zulber Au" und "Schatzen", bekannt durch Salzflora. - Ort nach 1945 in schlechtem Zustand, Friedhof verwahrlost.

Jenseits vom Mühlgraben (NO) der kleine Ort Klein Olkowitz. (siehe Klein Olkowitz)

Klein Olkowitz (Oleksovičky) 1939 nach Zulb eingemeindet. Vor Eingemeindung 400 Einwohner, 267 ha, 93 Häuser. Kirchlich und schulisch zu Zulb. Dort sechsklassige Volksschule.

Zurück nach Zulb, Nordwestwerts nach Miezmanns. (siehe Miezmanns)

Waltrowitz (Valtrovice) 195 m MH, 620 Einwohner, 704 ha Fläche, 144 Häuser (1974:307 Einwohner), Pfarrkirche zum Hl. Johannes d. Täufer bereits 1243 erwähnt, bleibt bis 1526 unter dem Patronat des Klosters Kanitz, ab 1625 Filiale von Joslowitz; selbständige Pfarre seit 1748, unter dem Patronat der Joslowitzer Grafen. 1620 werden die Waltrowitzer "Wiedertäufer" von Kardinal Dietrich von Dietrichstein ausgewiesen; die verödete Kirche wurde von Joslowitz aus betreut. S.: Sie "Krappellake", die "Hauptlake" ind die "Schotterlake", drei Marterln in Richtung Thaya. Fast alle Häuserabgebrochen, dafür dreistöckige Mietshäuser. Geburtsort des Bedeutensteen südm. Mundartdichters Dr. Karl Bacher.

2 km weiter in Richtung SO, etwas abseits der Hauptstraße liegt der Ort Klein Grillowitz.

(siehe Klein Grillowitz)

Klein Grillowitz (Křidlůvky) 203 m MH, 631 Einwohner, 1239 ha, 154 Häusr, Straßendorf, überwiegend Bauern und einige Handwerker; Kapelle mit freistehendem Glockenturm. Ort mehrmals im 12. JH. erwähnt; 1255 Schenkung des Joslowitzer Grafen an das Kloster Saar, Ort mit "Hfrelavice" bezeichnet. Ambros von Saar schenkt das Dorf wieder der Herrschaft Joslowitz, vertreten durch Wilhelm Kuna von Kunstadt (1526 - 48). Reste der Ödung Petrowitz wurden unter Kaiserin Maria-Theresia zu Klein Grillowitz gegeben. S.: Die Thaya-Auen, zwei Gedenksteine an der Erdbergstraße und ein Kreuz am Kirchweg nach Erdberg.

Weiter bis Str.-Kreuzung Erdberg. Von hier Richtung N 7 km nach Possitz. (siehe Possitz)

Possitz (Božice) 189 m MH, 1939 "Neuweidenbach", mit Groß Grillowitz zusammen 2430 Einwohner; vor der Zusammenlegung 1314 Einwohner, 1625 ha, 306 Häuser. Bedeutung als Bahnstation Possitz-Joslowitz.Doppelname, obwohl Joslowitz 10 km entfernt ist. Possitz wurde im 14 Jh. als zum Stift Selau gehörig genannt, 1380 ging es auf Markgraf Jodok von Mähren über. Etwa um 1450 kommt der Ort zusammen mit Petrowitz (Ödplatz ab 1360) zur Herrschaft Joslowitz. Die nahen Dörfer Hoja und Paulowitz verödeten im Dreißigjährigen Krieg. - Possitzwar die Wahlheimar Mayer-Ahrdorff ("Aus Südmährens Deutsch und Latein", 1922), S.: Kloster Mariahilf mit Klosterschule, in dr Umgebung einige Teiche (in der Hoja und im Petertal). 1920 wurden große Gebietsteile der Herrschaft Joslowitz (Graf Spee) enteignetund tschech. Siedlern übergeben, der Rest wurde Staatsdomäne (Hojahof).

Mit Possitz fast zusammengebaut ist Böhmisch-(Groß-)Grillowitz.

(siehe Großgrillowitz)

Böhmisch-(Groß-)Grillowitz (České Křidlovice) 203 m MH, 1939 mit Possitz zu "Neuweidenbach" zusammengelegt. 1930: 1279 Einwohner, 290 Häuser. (1974: 128 Häuser, 637 Einwohner). Dreiecksangerdorf mit einem Ortsteil "Mühlhäueln", der heute noch besteht. Die Pfarrkirche zu den Hl. Petrus und Paulus wurde 1225 erbaut und stand 1248 bis 1784 unter dem Patronat von Klosterbruck; sie hatte überregionale Bedeutung (6 Dörfer gehörten dazu). - Der Bruggraf von Mödritz vrkaufte den Besitz an die Joslowitzer Herschaft; 1526 kam der Ort mit Grusbach und Possitz an Sebastian von Weitmühle und danach an anderw Grundherren, bis schließlich der mähr. Landeshauptmann Joh. von Zerotin das Dorf entgültig an die Joslowitzer Herrschaft verkaufte. Graf Hompesch-Bollheim von Joslowitz lässt 1830 das Waldhaus "Allein" eine Art Wochenendhaus bauen. S.: 1 km vom Ort die Petertalmühle. - Kloster der Barmherzigen Schwestern, später Mädchenpensionat "Mariahilf" fünfgeschossiges imposantes Gebäude im Turm.

von Possitz 5 km nach N. dann 2 km westwärts nach Schakwitz-Hermannsdorf.

(siehe Hermannsdorf)

Schakwitz-Hermannsdorf (Čejkovice-Heřmanice) kleine Doppelgemeinde mit stets gemeinsamer Verwaltung. Obwohl räumlich zusammengewachsen, sind beide Orte verschiedener Gründung. Das ältere Schakwitz, 306 Einwohner, 313 ha, 71 Häuser, bestand schon vor dem Dreißigjährigen Krieg, Hermannsdorf wurde erst 1780/90 gegründet. 247 Einwohner, 208 ha., 72 Häuser. Man besuchte die Lechwitzer Kirche, die 4 km entfernt ist. - Ortsteil Hermannsdorf hatte 1974 noch 244 Einwohner, ist aber seit 1965 verödet. Achakwitz hatte 1974 317 Einwohner, ein Teil vermutlich aus dem verödeten Hermannsdorf.

2 km zurück zur Hauptstraße, 2 km nordwärts nach Moskowitz.(siehe Moskowitz)

Kaschnitzfeld (Kašenec) 172 Einwohner, 269 ha, 41 Häuser, (1974:446 Einwohner) Verkehrsmäßig günstige Lage an der Staatsstraße 54, Znaim-Brünn. Offenbar ist der Ort in Anlehnung an eine Gutsherrschaft entstanden. 1893wird als Besitzer Karl Stummer genannt, 1912 Baronin Amalie Hardt-Stummer, die das Gut an die Brünner Länderbank verpachtet. Nach der Bordenreform inm Jahre 1924 wirden tschechische Kolonisten angesiedelt, welche schon damals den Anteil der tschechischen Bevölkerung auf 50 % anhoben, Der jetzige Zustand ist entsprechend gut.

In 3 km Straßenentfernung liegt östl. von Kaschnitz der Ort Damitz.

(siehe Damitz)

Damitz (Damnice) 544 Einwohner, 885 ha, 138 Häuser. Erste Erwähnung 1353, ab 1535 zu Schattau gehörig (Pferderobot). 1628 war das Dorf eine Ödung. Der Rest, ein Hof mit Schafstall, wurde 1645 von Tordtenson niedergebrannt. 1665 wird Damitz an das Kloster Bruck verkauft. 1653 gab es nach dem Lahnregister 5 Viertellahner, einige Halblahner und Kleinhäusler dowie "unbehauste Inleute". 1784 fallt der gesamte Grundbesitz an den k.k. regionalfond, 1824 erfolgt der Verkauf an Josef Edlen von Hopfen. Volksschule aus dm Jahr 1882, freistehender Glockenturm von 1822, 1931 entstand ein Freibad.

Nur 1, 5 km östlich von Damitz liegt der Ort.(siehe Irritz)

Irritz (Jířice) 201 m MH, 698 Einwohner (1974: 393 Einwohner), 854 ha, 189 Häuser. Irritz wurde 1357 erstmals erwähnt; vermutlich ein Freihofbesitzer musste die alljährliche Zinsabgabe, eine martinsgans, an die Herrschaft Mährisch Kromau abliefern. Die Kirche z. Hl. Ulrich vom Jahre 1522 stand bis 1652 unter den Patronat des Klarissinnenklosters in Znaim. 1724 wurde eine Statue des Hl. Johannes an Stelle eines Prangers errichtet, der bis dahin als Zeuge des Marktrechts stand. 1750 wird ein schlößchen mit Meierhof genannt, schon 1652 eine Schule.1831 brannten 27 Wohnhäuser und die Kirche völlig aus. Sie neue kirche zur Hl. Anna wurde 1903 gebaut. Die Umgebung ist gänzlich waldlos, nur Felderwirtschaft.

Zurück nach Damitz, 1 km südwärts nach Tullnitz.(siehe Tullnitz)

Tullnitz (Dolenice) 378 Einwohner, 363 ha, 92 Häuser (1974: 242 Einwohner). Die Entfernung von Znaim beträgt 27 km. Der Ort wurde 1239 erstmals erwähnt als Podolitz, 1530 als Dolnitz, 1589 als Dolanus, 1635 als Dollnitz, 1650 Tollnitz und 1729 Tullnitz. Der Ort ein reines Bauerndorf, gehörte stets zur Herrschaft Mißlitz.

Straße in Richtung Süd 5 km weiter nach Frischau.(siehe Frischau)

Frischau (Břežany) 206 m MH, 23 km östlich von Znaim, 1155 Einwohner, 255 Häuser, 2357 ha. Der Ort wurde 1338 zum Städtchen erhoben. Auf dem Friedhofsberg Reste eines "Heidentempels". 1349 urkundlich genanne und später verödet, taucht Frischau erst 1560 wieder in Urkunden auf, 1570 werden Wiedertäufer genannt; 1619 fast ganz zerstört, 1705-09 Choleraepidemie - eigener Cholerafriedhof vorhanden. Schloß mit Park am Südwesteingang des Ortes wurde später win Kloster. Schlossherren waren die Freiherren von Wamboldt. Pfarrkirche zur "Maria Verkündigung" erbaut 1771. Zu ihr gehörten außer Frischau mit Neuhof auch Moskowitz und Probitz.

Straße in Richtung SO, 4 km bis Probitz.(siehe Probitz)

Probitz (Pravice) 192 m MH, 4,8 km nordwestlich von Grusbach, 849 Einwohner, (1974: 392 Einwohner), 956 ha, 206 Häuser. 1351 wird Wilhelm von Openitz genannt mit der Veste Bravic; die streng rechtwinklige Anlage zeugt von der Mitwirkung eines Grundherren. Probitz kam 1652 in den Besitz des Grafen Bouquoi, sodann der Gräfin Margarethe von Liechtenstein. 1819 erwarb die Fürstin von Lobkowitz den Besitz. Der sogenannte Taborberg soll ursprünglich eine Fluchtburg mit Erdställen gewesen sein. Die alte Johanneskirche wurde 1530 zerstört. Erst 1833 wurde die Dreifaltigkeitskirche erbait. Die größte der 3 Glocken soll von der alten Kirche stammen. Ihr letzter Platz vie ihrer Einholung in die neue Kirche war ein kleiner Glockenturn beim Meierhof. 1889 wurde die ein zweites Mal umgegossen. Letzte Kirchenrenovation zur 100-Jahrfeier 1933. - Über ein Drittel aller Gebäude fehlt heute, viele sind vom Verfall bedroht. Im Oberort stehen nur noch wenige Häuser, einige wurden neu errichtet.

Weiter nach Südosten, 5 Straßenkilometer nach Grusbach.(siehe Grusbach)

Schönau (Šanov) 1939: "Schöngrafenau". Vor der Zusammenlegung mit Grafendorf 1672 Einwohner, 342 Häuser, 1969 ha. Der Ort ist 1052 von "Sanovice" in Codex dipl. Mor. urkundlich erwähnt. Als Schano, Schenau wechselt er bis zur Verööung (nach 1524) mehrmals den Besitzer, bis er Ende 17./Anfang des 18. Jahrhunderts von der Grusbacher Linie der Grafen von Althann neu bestiftet wurde. Die Zeit der Verödung hatte nur der Neuhof überstanden. Die Herrschaft siedelte deshalb Leute aus ihren Dörfern Grusbach, Grafendorf und Höflein an. - 1885 ließ Graf Khuen im Waldgebiet Hoya Schloß "Emmahof" erbauen (heute Altenheim), das mit seinen Parkanlagen sehenswert war. 1911 erbaute Schönau eine eigene Volksschule, Bald nach der Wiederbesiedlung entstand eine dem hl. Rochus geweihte Kapelle. - Ga.: siehe Grusbach.

Mit der Fahrt nach dem 5 km södlich von Grafendorf liegenden Höflein a.d. Thaya.

(siehe Höflein a.d. Thaya)